Die Königsklasse der Orientteppiche — handgeknüpft im Iran mit jahrhundertealter Tradition und unvergleichlicher Vielfalt.

Foto: Morgenland Teppiche
Perserteppiche sind handgeknüpfte Teppiche, die traditionell in Persien (dem heutigen Iran) hergestellt werden. Sie gelten als die edelsten und kunsthistorisch bedeutsamsten Orientteppiche der Welt. Charakteristisch für echte Perserteppiche sind ihre asymmetrischen Senneh-KnotenSenneh-KnotenAsymmetrischer Einzelknoten, benannt nach der Stadt Sanandaj. Wird vor allem in persischen Teppichen verwendet und ermöglicht besonders feine Muster.Im Glossar lesen →, die Verwendung hochwertiger Wolle oder SeideSeideEdelstes Material für Teppichknüpfung. Erzeugt feinsten Flor mit charakteristischem Glanz und Farbtiefe. Typisch für Ghom, Hereke und Kaschmir.Im Glossar lesen → sowie komplexe, oft jahrhundertealte Mustertraditionen. Die Bezeichnung "Perserteppich" ist rechtlich geschützt und darf nur für Teppiche verwendet werden, die tatsächlich im Iran produziert wurden.
Die Herstellung von Perserteppichen erfolgt ausschließlich in Handarbeit auf traditionellen Webstühlen. Das Grundgewebe besteht aus Baumwoll- oder Seidenkettfäden, in die Woll- oder Seidengarn mit dem charakteristischen persischen Knoten (asymmetrischer Senneh-KnotenSenneh-KnotenAsymmetrischer Einzelknoten, benannt nach der Stadt Sanandaj. Wird vor allem in persischen Teppichen verwendet und ermöglicht besonders feine Muster.Im Glossar lesen →) eingearbeitet wird. Nach dem Knüpfen werden die Teppiche geschoren, gewaschen und oft einer speziellen Nachbehandlung unterzogen, um den gewünschten Glanz und die Farbtiefe zu erreichen.
Die KnotendichteKnotendichteAnzahl der Knoten pro Quadratmeter. Ein wichtiges Qualitätsmerkmal — höhere Dichte ermöglicht feinere Muster und deutet auf aufwendigere Handarbeit hin.Im Glossar lesen → variiert je nach Qualität und Herkunftsregion zwischen 100.000 und über 1.000.000 Knoten pro Quadratmeter. Hochwertige Seidenteppiche aus Zentren wie Ghom oder Isfahan erreichen dabei die höchsten Dichten.
Perserteppiche werden nach ihren Produktionsorten klassifiziert, wobei jede Region charakteristische Muster und Techniken entwickelt hat. Zu den bekanntesten Stilen gehören Isfahan mit seinen eleganten Palmetten- und Rankenmotiven, Nain mit seiner feinen Knüpfung und dezenten Farbgebung sowie Tabriz mit geometrischen und floralen Designs.
Kashan-Teppiche zeichnen sich durch ihre klassischen Medaillonmuster aus, während Sarough-Teppiche für ihre dichten floralen Motive bekannt sind. Heriz-Teppiche bestechen durch große geometrische Medaillons, und Kerman-Teppiche sind berühmt für ihre detailreichen Darstellungen und feinen Knüpfungen.
Perserteppiche eignen sich hervorragend als repräsentative Wohnaccessoires in gehobenen Wohnräumen. Große Exemplare funktionieren als Raumteiler oder Mittelpunkt in Wohnzimmern, während kleinere Formate als Läufer in Fluren oder als Akzente in Schlaf- und Arbeitszimmern verwendet werden.
Bei der Platzierung sollten die Lichtverhältnisse beachtet werden, da intensive Sonneneinstrahlung die wertvollen Naturfarben ausbleichen kann. Die Kombination mit modernen Möbeln schafft interessante Kontraste, während die Einbindung in klassische Einrichtungen die traditionelle Eleganz unterstreicht.
Echte Perserteppiche haben asymmetrische Knoten, unregelmäßige FransenFransenEnden der Kettfäden, die an den beiden kurzen Seiten des Teppichs sichtbar sind. Ihre Länge und Zustand geben Hinweise auf Alter und Qualität.Im Glossar lesen → und kleine Unregelmäßigkeiten, die die Handarbeit belegen. Die Rückseite zeigt das Muster deutlich, und bei genauer Betrachtung sind einzelne Knoten erkennbar. Zusätzlich sollte ein Echtheitszertifikat vorliegen.
Regelmäßiges Staubsaugen in Florrichtung und gelegentliche professionelle Reinigung erhalten die Qualität. Flecken sollten sofort mit klarem Wasser behandelt werden. Direkte Sonneneinstrahlung und hohe Luftfeuchtigkeit sind zu vermeiden.
Die Teppichgröße sollte zur Raumgröße und Möblierung passen. Als Faustregel gilt: Alle Möbelbeine sollten auf dem Teppich stehen oder alle daneben. In Wohnzimmern sind Mindestmaße von 200x300 cm üblich.
Ausschlaggebend sind KnotendichteKnotendichteAnzahl der Knoten pro Quadratmeter. Ein wichtiges Qualitätsmerkmal — höhere Dichte ermöglicht feinere Muster und deutet auf aufwendigere Handarbeit hin.Im Glossar lesen →, Materialqualität, Alter, Seltenheit des Musters, Erhaltungszustand und Herkunftsort. Seidenteppiche und Exemplare aus renommierten Knüpfzentren erzielen höhere Preise.
Hochwertige, gut erhaltene Perserteppiche können durchaus ihren Wert behalten oder steigern. Besonders seltene, alte oder von berühmten Meistern geknüpfte Exemplare gelten als sammelnswert. Eine Garantie für Wertsteigerung gibt es jedoch nicht.

Abadeh-Teppiche stammen aus der gleichnamigen Stadt zwischen Isfahan und Schiraz und fallen durch ihre klaren geometrischen Medaillons auf.

Ardebil-Teppiche kommen aus Nordwestiran und zeigen häufig geometrische Muster mit kaukasischem Einfluss.

Afshar-Teppiche werden von halbnomadischen Stämmen in Südostiran geknüpft und verbinden nomadische Motive mit feiner Verarbeitung.

Bachtiar-Teppiche sind bekannt für ihr charakteristisches Gartenmuster mit kassettenartigen Feldern voller floraler Motive.

Bidjar-Teppiche gelten als die robustesten persischen Teppiche — die extrem dichte Knüpfung macht sie nahezu unverwüstlich.

Ghashghai-Teppiche werden vom gleichnamigen Nomadenstamm geknüpft und beeindrucken durch lebhafte Farben und Tiermotive.

Ghom-Teppiche gehören zu den feinsten persischen Teppichen und werden häufig aus reiner Seide gefertigt.

Hamadan-Teppiche kommen aus einer der ältesten Knüpfregionen der Welt und bieten solide Qualität zu erschwinglichen Preisen.

Heriz-Teppiche sind berühmt für ihre markanten eckigen Medaillons und ihre außerordentliche Strapazierfähigkeit.

Garawan-Teppiche stammen aus der Heriz-Region und zeigen die typisch geometrischen Medaillon-Muster in robuster Dorfqualität.

Isfahan-Teppiche gelten als Meisterwerke persischer Knüpfkunst mit außergewöhnlich feinen Mustern und edlen Materialien.

Kerman-Teppiche zeichnen sich durch besonders feine Blumenmuster und eine sanfte Farbpalette aus.

Keschan-Teppiche zählen zu den Klassikern unter den Perserteppichen und sind für ihre eleganten Medaillon-Designs bekannt.

Koliai-Teppiche werden von kurdischen Knüpfern im Westen Irans gefertigt und überzeugen durch robuste Qualität und geometrische Muster.

Mashhad-Teppiche aus dem Osten Irans bieten großformatige Designs mit floralen Medaillons in tiefen Rottönen.

Moud-Teppiche aus der Region Chorasan vereinen das Herati-Muster mit feiner Knüpfung zu einem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Nahavand-Teppiche werden in der gleichnamigen kurdischen Stadt geknüpft und bieten kräftige Muster zu zugänglichen Preisen.

Nain-Teppiche bestechen durch ihr elegantes Farbspiel in Blau und Beige und ihre filigrane Musterung.

Senneh-Teppiche aus der kurdischen Hauptstadt Sanandaj gelten als die feinsten kurdischen Knüpfarbeiten.

Schiraz-Teppiche werden von verschiedenen Nomadenstämmen rund um die Stadt Schiraz geknüpft und zeigen vielfältige Stammesmotive.

Täbriz-Teppiche zählen zu den edelsten persischen Teppichen und sind für ihre feine Knüpfung und vielfältigen Designs bekannt.

Mir-Teppiche aus der Sarouk-Region sind berühmt für ihr charakteristisches Allover-Boteh-Muster.

Ardakan-Teppiche aus der gleichnamigen Stadt in der Provinz Yazd zeigen feine florale Muster in warmen Farbtönen.

Borchalou-Teppiche werden im gleichnamigen Dorf in der Provinz Hamadan geknüpft und zeigen klassische Medaillon-Designs.

Farahan-Teppiche aus der historischen Knüpfregion zwischen Arak und Hamadan sind bekannt für feine Herati-Muster.

Gholtogh-Teppiche stammen aus einem kleinen kurdischen Dorf in der Provinz Hamadan und zeigen geometrische Medaillon-Muster.

Ghoutshan-Teppiche (auch Quchan) kommen aus der Nordostregion Irans und zeigen kurdische Einflüsse.

Golpayegan-Teppiche aus der Provinz Isfahan bieten klassische persische Designs zu zugänglichen Preisen.

Hosseinabad-Teppiche stammen aus einem Dorf in der Provinz Hamadan und zeigen die typisch einfache Schussstruktur der Region.

Joshaghan-Teppiche zeigen ein charakteristisches Rautengitter mit kleinen floralen Motiven — ein ikonisches Muster persischer Knüpfkunst.

Jozan-Teppiche aus dem Bezirk Hamadan sind bekannt für ihr markantes Kugelmedaillon auf sattem Rotgrund.

Kaschmar-Teppiche aus dem Osten Irans überzeugen durch großformatige Designs und solide Qualität.

Lilian-Teppiche aus der Arak-Region zeigen oft ein zentrales Medaillon in tiefem Rot mit schmalen Bordüren.

Mahal-Teppiche aus der Region Arak kombinieren westliches Farbgefühl mit klassisch persischen Mustern.

Malayer-Teppiche aus der gleichnamigen Stadt in Hamadan liegen qualitativ zwischen einfachen Hamadan- und feinen Sarough-Teppichen.

Mehraban-Teppiche aus der Heriz-Region zeichnen sich durch geometrische Medaillons und robuste Qualität aus.

Meschkin-Teppiche (Meshkin Shahr) aus der Provinz Ardebil zeigen kaukasisch inspirierte geometrische Muster.

Meymeh-Teppiche aus der Provinz Isfahan zeigen das typische Joshaghan-Rautenmuster in höherer Qualität.

Najafabad-Teppiche aus der Nachbarstadt Isfahans orientieren sich stilistisch an den berühmten Isfahan-Teppichen.

Qaraja-Teppiche aus dem Nordwesten Irans verbinden kaukasische und persische Elemente in geometrischen Mustern.

Rafsanjan-Teppiche aus der Kerman-Region vereinen die feine Knüpfkunst der Region mit pastellfarbenen Blumenmustern.

Rudbar-Teppiche aus der Provinz Gilan am Kaspischen Meer zeigen kurdisch beeinflusste geometrische Designs.

Sabsewar-Teppiche (Sabzevar) aus Nordostiran überzeugen durch großformatige Medaillon-Designs in warmen Farbtönen.

Sarab-Teppiche aus dem Nordwesten Irans sind meist als Läufer in kamelbrauner Grundfarbe bekannt.

Sarough-Teppiche (Sarouk) aus der Region Arak zählen zu den klassischsten Perserteppichen mit feinen Rosenmustern.

Sharbabak-Teppiche (Shahr-e Babak) aus der Kerman-Region verbinden nomadische Motive mit werkstattartiger Ausführung.

Tabatabai-Teppiche sind nach einer bedeutenden Knüpferfamilie benannt und stehen für höchste Feinheit im Nain-Stil.

Touiserkan-Teppiche aus der Provinz Hamadan zeigen klassische kurdisch beeinflusste Designs in robuster Qualität.

Waramin-Teppiche aus der Nähe von Teheran zeigen das typische Mina-Khani-Blumenmuster mit geometrischer Strenge.

Wiss-Teppiche (Viss) aus der Hamadan-Region gehören zu den bekanntesten westpersischen Teppichen mit zentralem Medaillon.

Yazd-Teppiche aus der Wüstenstadt Yazd zeigen feine florale Medaillons in warmen Farben.

Kayseri-Teppiche aus Zentralanatolien werden in Wolle, Baumwolle und Seide geknüpft und bieten klassische türkische Designs.

Usak-Teppiche (Oushak) aus Westanatolien sind seit dem 15. Jahrhundert berühmt für großformatige Medaillon-Designs in gedeckten Farben.

Indo-Bidjar-Teppiche werden in Indien im Stil der persischen Bidjars geknüpft — robust, dicht und mit Herati-Muster.

Indo-Isfahan-Teppiche übernehmen die florale Eleganz persischer Isfahans und werden in Indien in feiner Wollqualität produziert.

Indo-Keshan-Teppiche reproduzieren den klassischen persischen Keschan-Stil in hochwertiger indischer Fertigung.

Indo-Mir-Teppiche übernehmen das persische Mir-e-boteh-Allovermuster und werden in Indien in vielfältigen Größen produziert.

Indo-Nain-Teppiche folgen dem hellen Nain-Farbschema mit Blau und Beige und werden in Indien zu attraktiven Preisen gefertigt.

Indo-Sarough-Teppiche reproduzieren das klassische Rosenmotiv der persischen Sarouks in dichter indischer Knüpfung.

Indo-Täbriz-Teppiche übernehmen die feinen Medaillon-Designs aus Täbriz und werden in Indien mit hohem Knotendichte geknüpft.

Bidjar-Bukan-Teppiche aus der Stadt Bukan zeigen die typische Bidjar-Dichte mit kurdischen Mustern.

Bidjar-Takab-Teppiche werden in der Region Takab geknüpft und zeigen klassische Bidjar-Robustheit mit lokalen Motiven.

Bidjar-Zanjan-Teppiche aus der Provinz Zanjan sind feiner geknüpfte Bidjar-Varianten mit farbenfroher Palette.