Waramin-Teppiche: Mina-Khani-Allover aus dem Süden Teherans
Waramin-Teppiche aus der Nähe von Teheran zeigen das typische Mina-Khani-Blumenmuster mit geometrischer Strenge.
- Region
- Persien / Iran
- Kategorie
- Perserteppiche
- Herstellung
- Handgeknüpft
- Knotendichte
- 80.000 – 200.000 Knoten/m²
Steckbrief
- Herstellung
- Handgeknüpft
- Herkunft
- Iran — Waramin, Provinz Teheran
- Flormaterial
- Wolle auf Baumwolle
- Knotendichte
- 80.000 – 200.000 Knoten/m²
- Besonderheiten
- Mina-Khani-Muster, geometrische Strenge, tiefe Rot- und Blautöne




Foto: Morgenland Teppiche
Waramin-Teppiche sind handgeknüpfte Perserteppiche aus der Stadt Waramin und ihrem Umland südöstlich von Teheran. Das Datenblatt dieser Seite führt sie mit 80.000 bis 200.000 Knoten pro Quadratmeter, Wolle auf Baumwolle und den Merkmalen Mina-Khani-Muster, geometrische Strenge, tiefe Rot- und Blautöne. Bekannt sind sie vor allem für das erste dieser drei Merkmale: das über das ganze Feld gezogene Mina-Khani-Blütengitter. Dieser Beitrag erklärt Herkunft, Muster, Material und Knüpftechnik, Knotendichte, Wert und Echtheitsmerkmale eines Waramin-Teppichs.
Was ist ein Waramin-Teppich?
Ein Waramin ist ein handgeknüpfter Teppich aus der Stadt Waramin und ihrem Umland in der Provinz Teheran; das Datenblatt führt die Herkunft als Iran, Waramin, Provinz Teheran. Er trägt ein durchgehendes Mina-Khani-Blütengitter, ein Farbbild aus tiefen Rot- und Blautönen, einen Wollflor auf Baumwollgrund und eine gerastert geführte, geometrisch strenge Zeichnung. Als Nebenformen des Namens sind Veramin, Weramin und Warâmin hinterlegt; auf dieser Seite steht durchgehend Waramin.
Kaum eine andere Provenienz ist so eng an ein einziges Muster gebunden. Das Glossar dieser Seite führt Mina Khani ausdrücklich als typisch für Teppiche aus Waramin und der Veramin-Region, und die Kurzbeschreibung der Stilseite nennt genau diese Kombination: das typische Mina-Khani-Blumenmuster mit geometrischer Strenge.
Wo wird ein Waramin-Teppich geknüpft?
Ein Waramin-Teppich wird in der Stadt Waramin und ihrem bäuerlichen Umland in der Provinz Teheran geknüpft, südöstlich der Hauptstadt in der Ebene am Nordrand der zentraliranischen Wüste. Eine Entfernungsangabe in Kilometern ist im Register nicht hinterlegt, nur die Ortskoordinate der Stadt selbst.
Waramin ist eine alte Siedlung mit erhaltener Baugeschichte; die Ortsbilder dieser Seite zeigen die Freitagsmoschee, das Imamzadeh Yahya und den Alaeddin-Turm. Die Knüpftradition ist mit diesem Umland verbunden: Dorf- und Stammesmotive der Ebene gingen in eine geregelte Werkstattarbeit über, und daher rührt die Mischung aus strenger Rasterung und sauberer Ausführung. Die gesamte Region gehört zur großen Familie der persischen Teppiche.
Welche Muster und Farben zeigt ein Waramin-Teppich?
Ein Waramin-Teppich zeigt das durchgehende Mina-Khani-Allover in tiefen Rot- und Blautönen; beides führt das Datenblatt als Merkmal. Das Glossar beschreibt Mina Khani als Allover-Muster aus rautenförmig angeordneten Blüten mit kleinen Zwischenblüten, und genau so liegt es über dem Feld: ohne betontes Zentrum, als ruhiger Rapport, der an der Bordüre schlicht abbricht. Eng verwandt, jedoch strenger gegittert, ist das Mina Chaneh, ein Allover-Rapport aus Rosetten in geometrischer Rasterung.
Die Farbführung folgt demselben Prinzip. Das Datenblatt nennt tiefe Rot- und Blautöne, die Kurzbeschreibung der Stilseite dazu einen dunkelblauen Grund. Vor diesem dunklen Grund zeichnet sich das hellere Blütennetz ab, und dieser Kontrast trägt das ganze Bild. Dunkel gehalten ist deshalb nicht jedes Stück: Unter den hier abgebildeten Teppichen führen die Katalogdaten neben mehrfarbig durchgemusterten Arbeiten auch eine hell gehaltene.
Aus welchem Material besteht ein Waramin-Teppich?
Ein Waramin-Teppich besteht aus Wolle auf Baumwolle, so nennt es das Datenblatt: ein Flor aus Schurwolle auf einer Kette aus Baumwolle. Der Schuss besteht aus Baumwolle oder Wolle. Einen Überblick über die eingesetzten Fasern gibt die Übersicht zu den Materialien.
Geknüpft wird in der Region mit dem asymmetrischen persischen Knoten, auch Senneh-Knoten genannt. Er umschließt einen Kettfaden ganz und den zweiten nur halb, ist nach der kurdischen Stadt Sanandaj benannt und ermöglicht besonders feine Muster. Die Knotenart selbst führt das Datenblatt dieser Seite nicht; die Zuordnung folgt der in Zentralpersien üblichen Knüpfweise. Der Name des Knotens sagt dabei nichts über die Teppiche jenes Ortes aus: Die kurdische Knüpfung des iranischen Nordwestens arbeitet traditionell mit dem symmetrischen türkischen Knoten, und das gilt für Bidjar, für Koliai und für Senneh selbst. Den Ablauf vom Spannen der Kette bis zum Scheren beschreibt der Beitrag zur Herstellung.
Wie hoch ist die Knotendichte eines Waramin-Teppichs?
Für einen Waramin-Teppich werden 80.000 bis 200.000 Knoten pro Quadratmeter angegeben. Eine Einstufung von fein bis grob nennt das Datenblatt dazu nicht, und aus der Zahl allein lässt sie sich nicht ableiten. Das Merkmal geometrische Strenge beschreibt die Zeichnung, nicht die Feinheit; eine Feinheitsstufe ist daraus nicht abzulesen.
Zu den hier verglichenen Provenienzen gibt es keinen sauberen Abstand. Koliai und Nahavand werden beide mit 80.000 bis 160.000 Knoten geführt, ihre Spanne liegt also vollständig innerhalb der des Waramin. Hamadan steht bei 60.000 bis 150.000 Knoten und überschneidet sich zwischen 80.000 und 150.000. Bidjar und Senneh werden beide mit 150.000 bis 400.000 Knoten geführt und überschneiden sich mit dem Waramin zwischen 150.000 und 200.000. Ein Waramin ist damit weder pauschal feiner als ein Hamadan, ein Koliai oder ein Nahavand, noch bleibt er pauschal unter einem Bidjar oder einem Senneh. Klar oberhalb liegen nur Ghom mit 300.000 bis 1.000.000+ und Isfahan mit 400.000 bis über 1.000.000 Knoten. Was die Knotendichte über Qualität aussagt und was nicht, behandelt der eigene Aufsatz.
Über die Qualität entscheiden neben der Dichte vor allem die Wollqualität, die Klarheit des Blütengitters, die Sattheit der Farben und der Erhaltungszustand. Wer ein Stück beurteilen will, achtet auf eine gleichmäßige Rückseite, ein durchgezeichnetes Gitter, ein sattes Farbbild aus dunklem Grund und hellen Akzenten sowie auf den Zustand von Flor, Kanten und Enden.
Wie ordnet sich der Waramin zwischen Hamadan, Bidjar und den kurdischen Provenienzen ein?
Der Waramin steht als Provenienz der Provinz Teheran etwas abseits dieser Vergleichsgruppe. Das Register führt als verwandte Stile Hamadan und Bidjar; die übrigen Zeilen der Tabelle liegen im Hamadan-Gürtel und im kurdischen Nordwesten und teilen mit dem Waramin weder Provinz noch Knüpftradition. Sie stehen hier zum Abgleich, nicht als Herkunftsverwandtschaft. Die Spalte Knotendichte gibt wörtlich wieder, was das Datenblatt der jeweiligen Stilseite im Feld Knotendichte nennt; eine durchgehende Rangfolge lässt sich daraus nicht ableiten, weil sich mehrere Spannen überschneiden.
| Provenienz | Verhältnis zu Waramin | Knotendichte laut Datenblatt | Typische Merkmale |
|---|---|---|---|
| Waramin | diese Provenienz, Provinz Teheran | 80.000 – 200.000 Knoten/m² | Mina-Khani-Muster, geometrische Strenge, tiefe Rot- und Blautöne |
| Hamadan | im Register als verwandt geführt, Westiran | 60.000 – 150.000 Knoten/m² | einfacher Schuss, robuste Alltagsteppiche, Herati- und Medaillon-Muster |
| Bidjar | im Register als verwandt geführt, Kurdestān | 150.000 – 400.000 Knoten/m² | extrem dicht und schwer, Herati-Muster, sehr langlebig |
| Senneh | kurdischer Nordwesten, Provinz Kurdestān | 150.000 – 400.000 Knoten/m² | feinste kurdische Knüpfung, Herati-Muster, dünner Flor |
| Koliai | kurdisch im Hamadan-Gürtel, Provinz Hamadan | 80.000 – 160.000 Knoten/m² | kurdisch, geometrische Muster, kräftige Rottöne, robust |
| Nahavand | Hamadan-Gürtel, Provinz Hamadan | 80.000 – 160.000 Knoten/m² | kurdischer Einfluss, Medaillon-Muster, kräftige Farbpalette |
Senneh steht in dieser Tabelle als Namensgeberin des asymmetrischen persischen Knotens. Geknüpft wird dort, wie bei Bidjar und bei Koliai, mit dem symmetrischen türkischen Knoten.
Was bestimmt den Wert eines Waramin-Teppichs?
Den Wert eines Waramin-Teppichs bestimmen Material, Knüpfung, Alter, Zustand, Farbe und Format. Konkret sind das die Qualität der Wolle im Flor, die Festigkeit der Knüpfung, die Klarheit des Mina-Khani-Gitters, die Sattheit und Natürlichkeit der Farben, der Zustand von Flor, Kanten und Enden sowie die Größe des Stücks.
An denselben Maßstäben wie feine Manufakturware aus Isfahan oder Ghom wird ein Waramin nicht gemessen. Diese Stadtteppiche werden über Feinheit und Werkstattnamen beurteilt, und ihre Knotenspannen setzen dort an, wo die des Waramin endet. Ein Waramin wird über Wolle, Zeichnung, Farbe und Zustand beurteilt.
Wie lange ein einzelner Waramin entsteht, lässt sich nicht seriös in Monaten pro Quadratmeter angeben. An größeren Formaten arbeiten mehrere Knüpferinnen gleichzeitig, und das Tempo hängt stark von der Erfahrung ab. Verlässlich ist die umgekehrte Aussage: je feiner die Knüpfung, desto mehr Knotenreihen auf derselben Strecke und desto länger die Arbeit.
Gut erhaltene ältere Stücke mit handgesponnener Wolle, natürlichen Farben und klar durchgezeichnetem Gitter stehen deutlich über einfacher neuer Handelsware. Warum ältere Stücke an Wert gewinnen können, erläutert der Beitrag zu alten Teppichen und ihrer Wertentwicklung. Für eine fundierte Einschätzung lohnt der Blick auf die Übersicht Was ist mein Teppich wert? sowie auf Wertvolle Perserteppiche erkennen. Praktische Hinweise zu Auswahl und Kauf gibt die Kaufberatung. Aktuelle Stücke mit Maßen und Preisen zeigt das Waramin-Sortiment von Morgenland Teppiche.
Woran erkennt man einen echten Waramin-Teppich?
Einen echten, handgeknüpften Waramin erkennt man am durchgehenden Mina-Khani-Blütengitter, am Farbbild aus tiefen Rot- und Blautönen, an Fransen als verlängerten Kettfäden und am festen Wollflor auf Baumwollgrund.
- Durchgehendes Mina-Khani-Gitter: Rautenförmig angeordnete Blüten mit kleinen Zwischenblüten, gleichmäßig über das ganze Feld verteilt, ohne betontes Zentrum.
- Tiefe Rot- und Blautöne: Das Datenblatt nennt sie als Merkmal, die Kurzbeschreibung der Stilseite dazu einen dunkelblauen Grund.
- Geometrische Strenge: Die Zeichnung bleibt gerastert und gerade geführt, nicht floral geschwungen.
- Asymmetrischer Knoten: In der Region wird mit dem Senneh-Knoten geknüpft, der einen Kettfaden ganz und den zweiten nur halb umschließt.
- Festes Wollgewebe auf Baumwollkette mit gleichmäßiger, sauberer Rückseite.
- Handgeknüpfte Rückseite: Das Muster ist spiegelbildlich klar erkennbar, einzelne Knoten sind sichtbar.
- Echte Fransen: Die Fransen sind die verlängerten Kettfäden, fest mit dem Grundgewebe verbunden, nicht nachträglich angenäht.
Eine Schritt-für-Schritt-Prüfung bietet Ist mein Teppich echt?, ob die Farben natürlich oder chemisch sind, klärt der zugehörige Artikel, und eine Übersicht aller Prüfschritte steht unter Teppich erkennen.
Waramin-Teppich richtig pflegen
Regelmäßiges Saugen in Florrichtung und eine gelegentliche professionelle Reinigung erhalten Farbe und Substanz. Flecken sofort mit klarem Wasser von außen nach innen abtupfen, ohne zu reiben. Lange direkte Sonneneinstrahlung lässt auch tiefe Naturfarben mit der Zeit verblassen und sollte vermieden werden. Ein gelegentliches Drehen verteilt die Beanspruchung gleichmäßig. Ausführliche Hinweise stehen in der Pflegeübersicht und im Leitfaden zum Wollteppich reinigen.
Häufige Fragen
Was bedeutet Mina Khani?
Mina Khani ist ein Allover-Muster aus rautenförmig angeordneten Blüten mit kleinen Zwischenblüten. Das Glossar dieser Seite führt es als typisch für Teppiche aus Waramin und der Veramin-Region. Eng verwandt, jedoch strenger gegittert, ist das Mina Chaneh, ein Allover-Rapport aus Rosetten in geometrischer Rasterung.
Mit welchem Knoten wird ein Waramin-Teppich geknüpft?
Mit dem asymmetrischen persischen Knoten, auch Senneh-Knoten genannt, der einen Kettfaden ganz und den zweiten nur halb umschließt. Das Datenblatt dieser Seite nennt die Knotenart nicht; die Zuordnung folgt der in Zentralpersien üblichen Knüpfweise. Der Name verweist auf die Stadt Sanandaj und nicht auf die Teppiche jenes Ortes: In Senneh selbst wird, wie in Bidjar und bei Koliai, traditionell symmetrisch geknüpft.
Was unterscheidet einen Waramin von einem Hamadan?
Der Waramin kommt aus der Provinz Teheran und ist auf das Mina-Khani-Allover festgelegt, während Hamadan im Register für eine ganze Gruppe westpersischer Dorfteppiche steht, mit einfachem Schuss sowie Herati- und Medaillon-Mustern. Bei der Knotendichte trennt die beiden nichts Klares: 80.000 bis 200.000 Knoten beim Waramin gegen 60.000 bis 150.000 beim Hamadan, mit breiter Überschneidung.
Was kostet ein Waramin-Teppich?
Einen festen Preis gibt es nicht. Was ein Waramin kostet, hängt von Größe, Alter, Zustand, Knotendichte, Wollqualität und Färbung ab, und gut erhaltene ältere Stücke mit handgesponnener Wolle und Naturfarben liegen deutlich über einfacher Handelsware. Konkrete Preise gelten immer für das einzelne Stück und stehen mit Maßen und Zustand im Waramin-Sortiment von Morgenland Teppiche.
Sind Waramin-Teppiche langlebig?
Eine Haltbarkeitsangabe nennt das Datenblatt dieser Seite nicht. Belegt sind der Aufbau aus Wolle auf Baumwolle und eine Knotendichte von 80.000 bis 200.000 Knoten pro Quadratmeter. Ein fester Wollflor auf Baumwollkette ist auf Gebrauch angelegt und hält bei regelmäßiger Pflege lange; entscheidend bleiben Wollqualität, Festigkeit der Knüpfung und Zustand.
Welche Größen sind bei Waramin-Teppichen üblich?
Eine Größenspanne nennt das Datenblatt dieser Seite nicht. Belegt sind die Maße der hier abgebildeten Stücke: 338 × 212 cm, 212 × 147 cm und 148 × 114 cm, also kleine bis große Zimmerformate. Das durchgehende Mina-Khani-Gitter funktioniert in jedem dieser Formate, weil es kein Zentrum braucht.
Wie pflege ich einen Waramin-Teppich richtig?
Regelmäßig in Florrichtung saugen, Flecken sofort mit klarem Wasser aufnehmen, ohne zu reiben, und alle paar Jahre professionell reinigen lassen. Lange direkte Sonne meiden und den Teppich gelegentlich drehen, damit sich die Beanspruchung gleichmäßig verteilt.
Eindrücke aus der Herkunft
Orte, Landschaften und Bauwerke rund um die Herkunft der Waramin-Teppiche. Klicken Sie auf ein Bild für die Detailansicht.


