Teppich FibelTeppich Fibel

Materialien für Orientteppiche

Schurwolle, Seide, Baumwolle, Pflanzenfasern und Synthetik. Welche Faser einen Teppich ausmacht, prägt sein Aussehen, seine Lebensdauer und seinen Preis. Hier finden Sie den Überblick und die Tiefe.

#Warum das Material zählt

Drei Fäden machen einen Teppich: die Kette läuft längs durch den Webstuhl, der Schuss bindet sie quer zusammen, und der Flor sind die Knoten dazwischen. Diese drei können aus völlig verschiedenen Fasern bestehen, und genau das entscheidet über Haptik, Lebensdauer und Preis. Klassisch ist die Verteilung einfach: Schurwolle für den Flor, Baumwolle für Kette und Schuss, manchmal Seide für die feinsten Knoten. In den letzten Jahrzehnten ist Synthetik dazugekommen, vor allem im günstigen Segment. Wenn Sie wissen, woraus ein Teppich besteht, wissen Sie auch, was er kann.

Material im Detail

Eigene Tiefenseiten zu jeder Faser, ihren Eigenschaften und ihrer Pflege.

Naturfasern im Überblick

Fünf Naturfasern bestimmen das Bild: Schurwolle, Seide, Baumwolle, Jute und Sisal. Jede mit ihrer eigenen Rolle.

Schurwolle
Der Klassiker für den Flor. Warm, elastisch, dank Lanolin schmutzabweisend, und über Generationen haltbar.
Seide
Bringt den Glanz und die feinsten Knoten. Edel und empfindlich zugleich.
Baumwolle
Die stille Heldin im Inneren. Als Kette und Schuss hält sie fast jeden Knüpfteppich in Form, ohne selbst zu sehen zu sein.
Jute & Sisal
Pflanzlich, nicht tierisch. Liegen pur und ungefärbt auf dem Boden, rau und ehrlich, in modernen Räumen zu Hause.

Synthetikfasern im Überblick

Vier Synthetikfasern bestimmen das untere und mittlere Preissegment. Sie sind günstig, lichtecht und in jeder Farbe verfügbar. Was ihnen fehlt, ist Charakter.

Polypropylen

Die häufigste Synthetikfaser. Wasserunempfindlich, schmutzabweisend und sehr günstig.

Polyester

Oft für Hochflorteppiche im Einsatz. Farbintensiv, plüschig, lichtecht.

Viskose

Auch „Kunstseide“ oder „Bambusseide“ genannt. Imitiert den Glanz echter Seide, verhält sich aber deutlich anders.

Acryl

Wollähnlich in Optik und Wärme, aber weniger elastisch und brennbar bei hohen Temperaturen.

Naturfaser oder Synthetik?

Beide haben ihre Stärken, beide haben ihre Grenzen. Eine direkte Gegenüberstellung hilft mehr als eine pauschale Antwort.

MerkmalNaturfaserSynthetik
Haptikwarm, weich, lebendigglatt, gleichmäßig, kühler
Lebensdauer30 bis 100 Jahre und mehr5 bis 15 Jahre
Pflegesorgfältig, möglichst trockenunkompliziert, wäscht sich
Klimaregulationnimmt Feuchtigkeit auf und abweitgehend neutral
Preishöher im Einstiegdeutlich günstiger
Wertentwicklungstabil bis steigendfällt mit der Zeit

Die Entscheidung fällt selten dogmatisch aus. Für ein Esszimmer mit Kindern und Hund ist Synthetik oft die ehrliche Wahl. Für das Wohnzimmer, in dem ein Teppich Jahrzehnte liegen soll, lohnt der Schritt zur Naturfaser.

Welche Faser für welchen Einsatz?

Der richtige Teppich beginnt mit der Frage, wo er liegt. Fünf Räume, fünf Empfehlungen.

Wohnzimmer

Hier liegt der Teppich stundenlang im Blick. Wolle oder eine Wolle-Seide-Mischung trifft den richtigen Ton: warm unter den Füßen, optisch lebendig, langlebig.

Schlafzimmer

Weichheit zählt mehr als Robustheit. Reine Schurwolle in höherer Florhöhe nimmt dem Boden die Kühle und macht den ersten Schritt am Morgen leiser.

Küche und Flur

Hier kommt es auf Robustheit und Reinigung an. Ein flach gewebter Kelim aus Wolle hält Sand und Tritte gut aus. Wer den Teppich häufig waschen will, ist mit einem Synthetik-Flachgewebe ehrlicher beraten.

Empfangsbereich

Wenig Tritt, viel Wirkung. Ein Seidenteppich oder ein feiner Wolle-Seide-Knüpfteppich kommt hier zur Geltung, ohne im Alltag zu leiden.

Moderne Räume mit Naturoptik

Skandinavisch, Mid-Century, Altbau mit Dielen: Jute und Sisal passen in Räume, in denen die rohe, ehrliche Materialästhetik gewollt ist.

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