Glossar
Die wichtigsten Fachbegriffe rund um orientalische Teppiche, kurz und verständlich erklärt.
A
- Abrash
- Natürliche Farbabweichungen innerhalb einer Teppichfläche, die durch unterschiedliche Färbechargen oder Wollsorten entstehen. Bei handgeknüpften Teppichen ein Qualitätsmerkmal.
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- Alaun-Beize
- Klassischste Naturbeize, zieht den Farbstoff in die Faser, ohne sie zu schädigen.
- Allover-Muster
- Durchgehendes Muster ohne zentrales Medaillon, wiederholende Motive füllen die gesamte Teppichfläche gleichmäßig aus.
- Antik-Finish
- Chemische oder thermische Behandlung, die neuen Teppichen ein gealtertes Aussehen verleiht. Nicht zu verwechseln mit echten Antikteppichen.
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- Arabeske
- Geschwungenes, rankenartiges Ornament aus floralen Motiven und Blattwerk, häufiges Gestaltungselement in persischen Werkstatt-Teppichen.
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- Art Silk
- Sammelbegriff für Seideimitate aus Viskose, Polyester oder Bananenfaser. Im Handel oft irreführend als Seide ausgewiesen.
- Asymmetrischer Knoten
- Oberbegriff für den Senneh-Knoten. Schlingt nur einen Kettfaden voll, der zweite trägt den Faden lose. Erlaubt feinere kurvige Muster.
B
- Baummotiv
- Lebensbaum als zentrales Bildmotiv. Symbolisiert Fruchtbarkeit, Paradies und kosmische Achse, häufig in Gebets- und Bilderteppichen.
- Beize
- Metallsalzlösung, die den Farbstoff auf der Faser fixiert. Alaun für klare Töne, Eisen für dunkle, Chrom für synthetische Farben.
- Bilderteppich
- Figürlich gemusterter Teppich mit Jagdszenen, Porträts oder Erzählmotiven. Häufig zur Wandbehängung bestimmt, weniger zum Begehen.
- Bordüre
- Umlaufender Rahmen eines Teppichs, meist aus mehreren parallelen Streifen mit unterschiedlichen Mustern, der das Mittelfeld einfasst.
- Boteh
- Tropfen- oder mandelförmiges Motiv mit gebogener Spitze, in Europa als Paisley bekannt. Stammt ursprünglich aus persischer Tradition.
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- Brücke
- Format zwischen Yastik und Dosar, etwa 100 × 150 cm. Klassisches Vorlegerformat für Wohnräume.
C
- Care & Fair
- Deutsche Fair-Trade-Initiative europäischer Teppichimporteure, 1994 von Manfred Kern gegründet. Umsatzbeiträge der Mitglieder finanzieren Schulen und Sozialprojekte in den Knüpferregionen.
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- Chemiewäsche
- Industriewaschverfahren mit Chlor oder Tee, das Glanz und Farbtonung reguliert. Norm im Hamburger Speicherstadt-Showroomprozess.
- Chromfarben
- Synthetische Farbstoffe, die mit Chromsalzen auf der Wolle fixiert werden. Sehr lichtecht, aber weniger lebendig als Pflanzenfarben.
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- Cochenille
- Tierischer Farbstoff aus Schildläusen, erzeugt karminrote bis purpurne Töne. In Anatolien und im Kaukasus seit dem 16. Jahrhundert eingesetzt.
D
- Dosar
- Persisches Format um 200 × 300 cm, „zwei Zar“ für das Wohnzimmer. Gegenstück zum kleineren Dozar.
- Dozar
- Persisches Standardformat von etwa 130 × 200 cm ("zwei Zar"). Einer der klassischen Größenstandards für Zimmerteppiche.
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- Duktus
- Charakteristische Knüpfhandschrift einer Region oder eines Knüpfers, erkennbar an Linienführung, Konturen und Mustertreue.
E
- Eichengallen
- Gerbsäurereiche Auswüchse, erzeugen Schwarz und Dunkelbraun. Frisst auf Dauer die Wolle (Eisenmordant), typisch für eingesunkene schwarze Konturen.
- Eisenbeize
- Beize aus Eisensulfat, dunkelt Töne und kann auf Dauer die Wolle korrodieren. Erkennbar an eingesunkenen schwarzen Linien.
- Elefantenfuß
- Westlicher Handelsname für den Tekke-Gül, weil das Motiv an Elefantenabdrücke erinnert.
- Embossed
- Englische Bezeichnung für reliefartig nachgeschorene Teppiche. Ursprünglich Handarbeit, heute auch maschinell als Marketingbegriff verwendet.
- Eslimi
- Persischer Begriff für die geschwungene Arabeskenranke. Trägt Palmetten und Rosetten und füllt das Feld als gleichmäßiges Geflecht.
F
- Falscher Knoten
- Sammelbegriff für Sparknoten wie Jufti. Überspringt Kettfäden, halbiert die Arbeitszeit, halbiert die Lebensdauer.
- Farsibaff
- „Persisch geknüpft“. Feine Dorfwerkstattqualität zwischen Stadtarbeit und Nomadenarbeit.
- Feldermuster
- Aufteilung der Innenfläche in gleichgroße rechteckige oder rautenförmige Felder, die jeweils ein eigenes Motiv tragen.
- Flor
- Die Oberfläche des Teppichs, die durch die geschnittenen Knotenenden gebildet wird. Die Florhöhe variiert je nach Stil von kurz (Nain) bis lang (Gabbeh).
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- Flüchtige Farbe
- Synthetischer Frühfarbstoff (besonders Anilin um 1880), der bei Licht oder Waschen rasch ausblasst. Wertmindernd.
- Fransen
- Enden der Kettfäden, die an den beiden kurzen Seiten des Teppichs sichtbar sind. Ihre Länge und Zustand geben Hinweise auf Alter und Qualität.
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G
- Galerie-Teppich
- Extra langer Läufer ab etwa 300 cm Länge, für Korridore und Treppenabgänge. Verwandt mit dem Kenareh-Format.
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- Gebetsteppich
- Kleinformatiger Teppich mit einer Nische (Mihrab) als zentrales Motiv, die beim Beten Richtung Mekka zeigt. Häufig bei türkischen und afghanischen Teppichen.
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- Ghazni-Wolle
- Berghochlandwolle aus Afghanistan, lanolinreich und elastisch. Standardmaterial für Ziegler- und Chobi-Teppiche.
- Ghiordes-Knoten
- Symmetrischer Doppelknoten, benannt nach der türkischen Stadt Gördes. Wird vor allem in türkischen und kaukasischen Teppichen verwendet.
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- Gol Farangh
- "Europäische Blume", naturalistisches Rosenmotiv nach westlichem Vorbild. Zeigt den europäischen Einfluss auf persische Knüpfkunst des 19. Jahrhunderts.
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- Goldwäsche
- Spezielle Nachbehandlung, die warmes goldgelbes Leuchten erzeugt. Häufig bei Ziegler-Teppichen für den westlichen Markt.
- GoodWeave
- Internationale NGO und Siegel gegen Kinderarbeit in der Teppichproduktion. Unangekündigte Inspektionen sichern eine transparente Lieferkette; jedes Etikett trägt eine prüfbare Seriennummer.
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- Grundgewebe
- Tragendes Geflecht aus Kette und Schuss, in das die Knoten eingebunden werden. Bestimmt Stabilität und Form des Teppichs.
- Gul
- Achteckiges oder rautenförmiges Medaillon-Motiv, das typisch für turkmenische Teppiche ist. Jeder Stamm hat sein eigenes Gul-Muster.
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H
- Handgeknüpft
- Traditionelle Fertigungstechnik, bei der jeder einzelne Knoten per Hand um Kettfäden geschlungen wird. Erkennbar an leichten Unregelmäßigkeiten auf der Rückseite.
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- Handgewebt
- Flachgewebe ohne Knoten, Muster entstehen durch farbige Schussfäden. Typisch für Kelim-Teppiche.
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- Handtufting
- Halbmaschinelles Verfahren, bei dem Schlaufen mit einer Pistole von hinten in ein Trägergewebe geschossen und mit Latex fixiert werden. Keine echten Knoten, kein Knüpfteppich.
- Hatschlu (Ensi)
- Turkmenischer Türbehang in Teppichform mit charakteristischem Kreuz-Feld. Diente in Nomadenzelten als Eingangsvorhang.
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- Heatset
- Thermisches Fixierverfahren für Synthetikgarne (meist Polypropylen). Stabilisiert die Schnittpole und sorgt für Volumen und Standfestigkeit.
- Henna
- Orange-roter Pflanzenfarbstoff, in Belutsch- und Turkmenenteppichen für warme Akzenttöne verwendet.
- Herati
- Klassisches Muster aus einem Rautenrahmen mit zentraler Rosette und vier gebogenen Blättern (Fisch-Motiv). Sehr verbreitet in persischen Dorfteppichen.
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I
- Indigo
- Pflanzlicher Farbstoff aus der Indigopflanze, der tiefe Blautöne erzeugt. Einer der wichtigsten Naturfarbstoffe orientalischer Teppiche.
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J
- Jagdteppich
- Klassisches persisches Sujet mit Reitern und Wildtieren im Feld. Hauptwerke entstanden im 16. Jahrhundert in Tabriz und Kashan.
- Jufti-Knoten
- Sparknoten, bei dem ein Knoten vier statt zwei Kettfäden umschlingt. Reduziert Arbeitszeit und Knotenzahl, typisch für Mashhad und Kaschmar.
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K
- Kahlstellen
- Bereiche mit komplett abgelaufenem Flor, meist auf Lauflinien. Ohne Repilage irreparabel.
- Kalligraphie
- In den Teppich eingewebte arabische oder persische Schriftzeichen, häufig Verse, Datierungen oder Signaturen des Knüpfers.
- Kammschlag
- Verdichten der Schussreihe mit dem eisernen Kamm nach jeder Knotenreihe. Bestimmt die Festigkeit des Gewebes.
- Karatschoph
- Kazak-Untergruppe mit großem Mittelmedaillon und vier Eckquadraten. Eines der bekanntesten Kazak-Designs.
- Karton (Teppichentwurf)
- Maßstabsgetreue Musterzeichnung auf kariertem Papier, jedes Kästchen entspricht einem Knoten. Grundlage für Werkstatt-Teppiche.
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- Kartusche
- Längliches, oft gewölbtes Mustermedaillon in der Bordüre, das Inschriften oder eigenständige Ornamente aufnimmt.
- Kelim
- Flachgewebe ohne Flor, bei dem Muster durch farbige Schussfäden erzeugt werden. Leichter und dünner als geknüpfte Teppiche.
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- Kellegi
- Persisches Langformat, etwa 150-200 × 350-500 cm, klassisch für die Kopfposition in der Drei-Teppich-Anordnung.
- Kenareh
- Schmaler, langer Läufer (etwa 80–120 × 300–500 cm). Traditionell entlang Wänden oder im Korridor persischer Wohnräume platziert.
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- Kermes
- Älterer tierischer Rotfarbstoff aus Schildläusen der Eichen, vor Cochenille die wichtigste Quelle für tiefes Rot.
- Kette (Warp)
- Die senkrecht gespannten Fäden auf dem Webstuhl, um die die Knoten geschlungen werden. Meist aus Baumwolle, bei edlen Stücken aus Seide.
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- Kettspannung
- Spannung der senkrechten Kettfäden auf dem Webstuhl. Ungleichmäßige Spannung erzeugt schiefe Teppiche und Wellenbildung.
- Knotendichte
- Anzahl der Knoten pro Quadratmeter. Ein wichtiges Qualitätsmerkmal, höhere Dichte ermöglicht feinere Muster und deutet auf aufwendigere Handarbeit hin.
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- Krapp
- Pflanzlicher Farbstoff aus der Krappwurzel (Rubia tinctorum), der satte Rottöne erzeugt. Klassischer Naturfarbstoff für Teppiche aus Iran und Afghanistan.
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- Kufi-Bordüre
- Bordürenmotiv aus stilisierter arabischer Kufi-Schrift, in kaukasischen Stücken besonders kraftvoll vereinfacht.
- Kurkwolle
- Besonders weiche Wolle vom Bauch und Hals junger Schafe. Wird in den feinsten persischen Teppichen wie Isfahan oder Täbriz verwendet.
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L
- La-Klassifizierung
- Qualitätssystem für Nain-Teppiche: Die Zahl (4la, 6la, 9la, 12la) gibt die Anzahl der Kettfäden pro Knoten an. Je niedriger, desto feiner der Teppich.
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- Lammwolle
- Wolle aus der ersten Schur eines Schafs unter sieben Monaten. Besonders weich, häufig in feinen persischen Werkstattteppichen.
- Lanolin
- Natürliches Wollfett, das die Faser geschmeidig hält und Schmutz abweist. Aggressives Waschen entfernt es und verkürzt die Lebensdauer.
- Laufender Hund
- T-förmiges Wellenband als Bordürenmotiv, griechischer Ursprung, häufig in kaukasischen und persischen Teppichen.
- Lechek-Toranj
- Persisches Standardlayout mit zentralem Medaillon und vier Eck-Spandrels. Grundriss vieler Tabriz- und Isfahan-Teppiche.
- Loribaff
- „Lori geknüpft“. Nomaden- und Halbnomadenqualität im Zagros-Bergland, oft mit Gabbeh-Charakter.
- Lul
- Innere Schussreihe zwischen zwei Knotenreihen, fixiert die Knoten vor dem Anschlagen. Sichtbar als feiner Querfaden auf der Rückseite.
M
- Mafrasch
- Großformatige Aufbewahrungstasche der Nomaden, geknüpft oder im Sumakh-Verfahren gewebt. Diente dem Transport von Habseligkeiten.
- Mahi
- „Fisch“-Variante des Herati-Musters mit langgezogenen Blättern. Typisch für Bidjar und Hamadan.
- Manchester-Wolle
- Hochwertige englische Kammgarnwolle, im 19. Jahrhundert nach Persien importiert. Heute Synonym für besonders glänzende, gleichmäßige Wolle.
- Medaillon
- Zentrales Motiv im Teppichfeld, meist oval oder rautenförmig. Eines der häufigsten Designelemente in persischen Teppichen.
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- Mercerisierte Baumwolle
- Mit Natronlauge behandelte Baumwolle, glänzt fast seidig und wird in Gebetsteppichen als Seide-Imitat verwendet.
- Mihrab
- Bogenförmige Gebetsnische, typisches Motiv auf Gebetsteppichen. Zeigt beim Beten in Richtung Mekka.
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- Mina Chaneh
- Allover-Rapport aus Rosetten in geometrischer Rasterung. Eng verwandt mit dem Mina-Khani-Muster, jedoch strenger gegittert.
- Mina Khani
- Allover-Muster aus rautenförmig angeordneten Blüten mit kleinen Zwischenblüten. Typisch für Teppiche aus Waramin und Veramin-Region.
- Mir-e-boteh
- Allover-Muster aus eng gesetzten kleinen Boteh-Motiven, das dem Mir-Teppich seinen Namen gab.
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- Mottenfraß
- Fraßspuren der Kleidermottenlarven am Wollflor und an der Kette. Erkennbar an Lochmustern und Flormulden.
N
- Nachgeschoren
- Florhöhe nach Fertigung künstlich verkürzt, entweder zur Musterklarheit oder um Verschleiß zu kaschieren.
- Neuseelandwolle
- Helle, langfaserige Schurwolle mit hohem Lanolinanteil. Wegen Reinheit und Färbbarkeit für hochwertige Knüpfteppiche geschätzt.
- Niedriger Flor
- Spürbar abgenutzter, aber intakter Flor. Mindert den Wert moderat, verhindert Restauration nicht.
- Nimbaff
- Persische Klassifikation für mittlere Knüpfdichte. Bezeichnet Teppiche mit etwa der halben Knotenzahl eines Shahrbaff oder Farsibaff.
- Nomadenteppich
- Auf tragbaren Horizontalwebstühlen von Nomadenstämmen geknüpft, oft aus reiner Wolle mit natürlichen Farben und freien Mustern ohne Karton.
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O
- Offener Knoten
- Knoten, bei dem die Wolle nach links oder rechts geneigt austritt. Verrät die Knüpfrichtung und damit oft die Herkunftsregion.
- Oxidierte Konturen
- Eingesunkene schwarz oder dunkelbraun konturierte Linien durch Eisenbeize. Charakteristisches Reliefspiel auf alten Teppichen.
Ö
- Öko-Tex Standard 100
- Schadstoffsiegel für Textilien, das auch auf Teppiche angewendet wird. Prüft Pestizide, Schwermetalle, Formaldehyd, AZO-Farbstoffe und Phthalate, sagt aber nichts über soziale Produktionsbedingungen aus.
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P
- Palmette
- Stilisierte Lotusblütenform als zentrales Medaillon-Element. Klassisches Motiv persischer Werkstatt-Teppiche seit dem 16. Jahrhundert.
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- Patina
- Natürliche Alterungsspuren eines Teppichs: leichte Farbverblassung, seidiger Glanz und weichere Wolle. Bei antiken Stücken wertsteigernd.
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- Patrone
- Gerasterte Knüpfvorlage auf Karopapier, in der jedes Quadrat einem Knoten und einer Farbe entspricht. Brücke zwischen Entwurf und Knüpfstuhl.
- Pazyryk
- Der älteste erhaltene Knüpfteppich der Welt, 1947 in einem skythischen Kurgan in Sibirien entdeckt. Datiert auf etwa 400 v. Chr.
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- Persischer Knoten
- Synonym für den Senneh-Knoten, im Handel häufig dem türkischen Knoten gegenübergestellt.
- Pflanzenfarben
- Natürliche Farbstoffe aus Pflanzen wie Krapp (rot), Indigo (blau), Reseda (gelb) oder Walnussschale (braun); auch "vegetabil gefärbt" genannt. Erzeugen lebendige, mit der Zeit sanft verblassende Töne.
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- Poschti
- Kleinformatiger Teppich (etwa 60 × 90 cm), ursprünglich als Kissenunterlage oder Rückenlehne in persischen Wohnräumen verwendet.
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- Provenienz
- Lückenlose Herkunfts- und Besitzgeschichte eines Teppichs. Bei Antikstücken wertbestimmend.
R
- Raj
- Maßeinheit für die Knotenfeinheit bei Täbriz-Teppichen. Gibt die Anzahl der Knoten auf 7 cm Breite an. 50 Raj gilt als fein, 70+ Raj als sehr fein.
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- Rand
- Schmale Abschlusskante an den Längsseiten eines Teppichs, meist überknotet oder überwendlich genäht zum Schutz der Knoten.
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- Rapportmuster
- Sich gleichmäßig wiederholende Mustereinheit, die das gesamte Teppichfeld füllt. Grundprinzip vieler Allover-Designs.
- Reliefschur
- Nachträgliches Heraustrennen einzelner Konturen mit der Schere, das dem Muster eine plastische Tiefe verleiht. Klassisch in Pekinger und Tabriz-Werkstätten.
- Repilage
- Restaurationstechnik, bei der fehlende Knoten in Originalfarbe nachgeknüpft werden. Bei Antikteppichen wertstabilisierend.
- Reseda
- Pflanzlicher Farbstoff aus dem Färberwau (Reseda luteola), der leuchtende Gelbtöne erzeugt. Einer der ältesten natürlichen Farbstoffe.
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- Restaurieren
- Fachgerechte Wiederherstellung beschädigter Teppiche durch Nachknüpfen, Fransen- und Kantenarbeit. Bewahrt Wert und Substanz alter Stücke.
- Rittersporn
- Pflanzlicher Gelbfarbstoff, neben Reseda zweitwichtigste Gelbquelle in persischen Teppichen.
- Rosette
- Stilisierte Blütenform in Aufsicht, Grundbaustein vieler Allover-Muster und Bordürenmotive.
- RugMark
- Erstes Siegel gegen Kinderarbeit in der Teppichknüpfung, 1994 in Indien gegründet. International 2009 in GoodWeave aufgegangen; in Indien weiter als RugMark India aktiv.
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S
- Salor-Gül
- Älterer Gül der Salor-Turkmenen, häufig in dunklem Rot. Oft als Hauptgül in Hatschlu-Türbehängen.
- Sardar
- Bezeichnung für den breiten Hauptstreifen der Bordüre, der meist die aufwendigste Mustergestaltung des Rahmens trägt.
- Schah-Abbas
- Klassisches persisches Mustersystem aus großen Palmetten, Wolkenbändern und verschlungenen Arabesken, benannt nach Schah Abbas I. (1571 bis 1629). Es entstand in den safawidischen Hofmanufakturen und prägt bis heute feine Stadtteppiche aus Isfahan, Nain und Kaschan. Verbreitete Varianten sind Schah-Abbas-Ranken und das Schah-Abbas-Palmettenmotiv.
- Schurwolle
- Wolle vom lebenden Schaf, im Gegensatz zu Sterbe- oder Gerberwolle. Garantiert Lanolin und längere Faserstruktur.
- Schuss (Weft)
- Die waagerechten Fäden, die nach jeder Knotenreihe durch die Kette gezogen werden, um die Knoten zu fixieren.
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- Seide
- Edelstes Material für Teppichknüpfung. Erzeugt feinsten Flor mit charakteristischem Glanz und Farbtiefe. Typisch für Ghom, Hereke und Kaschmir.
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- Senneh-Knoten
- Asymmetrischer Einzelknoten, benannt nach der Stadt Sanandaj. Wird vor allem in persischen Teppichen verwendet und ermöglicht besonders feine Muster.
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- Shahrbaff
- "Stadt-geknüpft", Qualitätsbezeichnung für feine Werkstattarbeit in persischen Städten. Gegensatz zu Farsibaff (dörflich) und Loribaff (nomadisch).
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- Shirazi
- Technik der Kantenumwicklung an den Längsseiten des Teppichs. Schützt die Webkante und ist nicht mit den Fransen (Kettenden) zu verwechseln.
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- Signatur
- In Knüpfschrift eingearbeiteter Name des Meisters oder der Manufaktur, meist in einer Kartusche am oberen Feldrand.
- Spandrel / Zwickel
- Dreieckige Eckfelder eines Teppichs, die oft ein Viertel des Medaillons spiegeln oder eigene Motive tragen.
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- STEP Fair Trade
- Schweizer Zertifizierung für fair gehandelte Teppiche, gegründet 1995. Prüft faire Löhne, sichere Arbeitsbedingungen, ökologische Standards in der Färberei und das Verbot von Kinderarbeit.
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- Stockflecken
- Schimmelbedingte braune Flecken durch Feuchtigkeit in Lagerung. Schwer entfernbar, oft wertmindernd.
- Sumach / Soumak
- Flachgewebe-Technik, bei der farbige Schussfäden um die Kettfäden gewickelt werden. Erzeugt eine reliefartige Oberfläche; typisch für kaukasische Teppiche.
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- Symmetrischer Knoten
- Oberbegriff für den Ghiordes-Knoten. Wolle umschlingt zwei Kettfäden gleichmäßig. Robust, etwas grober im Musterbild.
T
- Talim
- Schriftliche Musteranleitung, die beim Knüpfen vorgelesen wird. Kodiert Farbe und Anzahl der Knoten pro Reihe.
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- Tekke-Gül
- Stammes-Gül der Tekke-Turkmenen, oktagonal mit Vierteilung. Das bekannteste turkmenische Stammeszeichen.
- Tencel / Lyocell
- Modernere Viskose-Variante mit geschlossenem Lösungsmittelkreislauf. Im Hochpreis-Designteppich als Seideersatz im Einsatz.
- Tibetische Wolle
- Hochlandwolle mit dickem Faserquerschnitt und hohem Lanolinanteil. Charakteristisch für Tibet- und Nepalknüpfungen.
- Tibetischer Knoten
- Knüpftechnik, bei der die Wolle um einen Hilfsstab gelegt wird. Ermöglicht sehr gleichmäßige Knüpfung, typisch für Nepal-Teppiche.
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- Tiermotiv
- Stilisierte oder realistische Darstellungen von Vögeln, Hirschen, Löwen oder Drachen. Oft mit symbolischer Bedeutung für Schutz und Macht.
- Tschintamani
- "Drei Kugeln und Streifen", uraltes buddhistisches Motiv, das über die Seidenstraße in osmanische und persische Teppiche gelangte.
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- Tschitschi
- Kaukasischer Stil aus dem nordöstlichen Aserbaidschan mit feiner Diagonalbordüre.
U
- Unikat
- Handgeknüpfter Teppich, dessen Muster, Farbgebung und Format nur einmal existieren. Resultat individueller Entwürfe und Knüpferhandschriften.
Ü
- Überfärbt
- Nachträglich mit kräftigem Farbton (meist grau, blau oder anthrazit) gefärbter Vintage-Teppich. Designprodukt, kein Original.
V
- Vasenmotiv
- Zentrale Vase, aus der florale Ranken in das Feld wachsen. Leitmotiv der klassischen Vasenteppiche aus Kerman im 17. Jahrhundert.
- Vierjahreszeiten-Teppich
- Persischer Bildteppich mit vier Feldern, die jeweils eine Jahreszeit durch Vegetation, Tiere und Tätigkeiten symbolisieren.
- Vintage-Teppich
- Älterer Gebrauchsteppich, oft überfärbt oder nachträglich dekontrastiert für modernen Wohnstil. Nicht identisch mit echten Antikteppichen.
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- Viskose
- Halbsynthetische Faser aus Holzzellulose, oft als „Bambusseide“ oder „Kunstseide“ verkauft. Glänzt, ist aber wenig strapazierfähig.
- Vollflor
- Teppich mit unverbrauchtem, vollständigem Flor. Höchste Zustandskategorie für gebrauchte Stücke.
W
- Wagireh
- Musterteppich mit mehreren unterschiedlichen Mustervarianten auf einem Stück. Diente Werkstätten zur Präsentation ihres Repertoires an Kunden.
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- Walnussschale
- Pflanzlicher Farbstoff aus der grünen Schale, erzeugt warmes Braun bis Schwarzbraun. Klassisch für Konturlinien.
- Washed / gewaschen
- Nachbehandlung, bei der der fertige Teppich chemisch oder mit Tee gewaschen wird, um einen sanfteren, vintageartigen Farbton zu erzielen.
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- Weinglas-Bordüre
- Bordürenmuster aus stilisierten Kelchen mit aufsteigenden Ranken. Verbreitet in kaukasischen und nordwestpersischen Teppichen.
- Wolkenband
- Chinesisches Motiv geschwungener Wolkenlinien, das über die Seidenstraße in Ming- und spätere persische Teppiche gelangte.
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- Wollqualität
- Bewertungsmerkmale wie Faserlänge, Lanolingehalt, Glanz und Elastizität, die Haltbarkeit und Optik eines Wollteppichs bestimmen.
Y
- Yastik
- Türkisches Kissenformat (etwa 50 × 90 cm), ursprünglich für Diwankissen geknüpft.
- Yatak
- Türkischer Schlafteppich, dicker Flor, oft Yörük-Nomadenarbeit.
Z
- Zil-i-Sultan
- "Schatten des Sultans", persisches Musterfeld mit sich wiederholenden Vasen und Vögeln. Benannt nach einem Qajar-Gouverneur.
148 Begriffe erfasst. Dieses Glossar wird laufend ergänzt.
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