Pflege und Reinigung
Ein gut gepflegter Orientteppich behält über Jahrzehnte seine Schönheit und kann im Wert steigen. Hier finden Sie die wichtigsten Pflegetipps.
#Regelmäßige Pflege
Foto: Morgenland Teppiche
Saugen Sie Ihren Orientteppich ein- bis zweimal pro Woche, immer in Florrichtung, niemals gegen den Strich. Verwenden Sie eine glatte Düse ohne rotierende Bürste, da diese die Fasern beschädigen kann. Drehen Sie den Teppich alle sechs Monate um 180°, damit er gleichmäßig abgenutzt wird und Sonnenlicht nicht einseitig die Farben ausbleicht. Direkte Sonneneinstrahlung sollte generell vermieden werden; Vorhänge oder UV-Schutzfolien helfen, die Farben über Jahrzehnte zu bewahren.
#Fleckenentfernung
Handeln Sie bei Flecken sofort: Tupfen Sie verschüttete Flüssigkeit mit einem saugfähigen Tuch auf, niemals reiben, da dies den Fleck tiefer in die Fasern drückt. Kaltes Wasser mit einem Tropfen mildem Wollwaschmittel eignet sich für die meisten Flecken. Rotwein lässt sich mit Mineralwasser neutralisieren, Wachs mit Löschpapier und einem Bügeleisen auf niedriger Stufe entfernen. Bei hartnäckigen Flecken oder empfindlichen Seideteppichen wenden Sie sich an einen spezialisierten Teppichreiniger.
#Professionelle Reinigung
Alle drei bis fünf Jahre empfiehlt sich eine professionelle Nassreinigung. Spezialisierte Teppichreiniger waschen den Teppich in fließendem Wasser und verwenden schonende, pH-neutrale Reinigungsmittel. Achten Sie darauf, dass der Betrieb Erfahrung mit handgeknüpften Orientteppichen hat, eine normale Teppichreinigung mit Hochdruckmaschinen kann Knoten lösen und Farben beschädigen. Nach der Wäsche wird der Teppich liegend getrocknet und anschließend gebürstet, um den Flor aufzurichten.
#Mottenschutz
Wollteppiche sind anfällig für Kleidermotten, die ihre Eier bevorzugt in dunklen, ungestörten Bereichen ablegen, etwa unter schweren Möbeln oder in Falten. Regelmäßiges Saugen auch der Rückseite und unter Möbeln ist der beste Schutz. Lavendelsäckchen oder Zedernholzringe wirken als natürliche Abschreckung. Wenn Sie Fraßspuren entdecken (kahle Stellen, feiner Staub), lassen Sie den Teppich professionell behandeln und lagern Sie ihn nicht, bevor der Befall vollständig beseitigt ist.
#Lagerung
Wenn Sie einen Teppich vorübergehend nicht nutzen, rollen Sie ihn in Florrichtung auf, niemals falten, da Knicke die Kettfäden brechen können. Wickeln Sie ihn in säurefreies Papier oder ein sauberes Baumwolltuch; Plastikfolie fördert Feuchtigkeitsstau und Schimmel. Lagern Sie den Teppich an einem kühlen, trockenen Ort und kontrollieren Sie ihn alle paar Monate auf Mottenbefall oder Feuchtigkeitsschäden.
#Reparatur und Restaurierung
Foto: Morgenland Teppiche
Kleine Schäden wie lose Fransen oder leicht aufgerissene Kanten sollten zeitnah repariert werden, bevor sie sich ausweiten. Einen losen Faden können Sie vorsichtig mit einer stumpfen Nadel zurückschieben. Für größere Reparaturen, etwa Löcher, fehlende Knotenreihen oder stark abgetretene Stellen, wenden Sie sich an einen erfahrenen Teppichrestaurator. Bei antiken Stücken kann eine fachgerechte Restaurierung den Wert erheblich steigern.
Pflege nach Material
Die allgemeinen Regeln dieser Seite gelten für jeden Orientteppich. Darüber hinaus stellt jede Faser eigene Anforderungen. Hier die wichtigsten Punkte pro Material.
- Schurwolle
- Die robusteste Faser. Verträgt regelmäßiges Saugen mit weicher Düse. Flecken werden mit lauwarmem Wasser ausgetupft, niemals gerieben. Aggressive Reiniger waschen das natürliche Lanolin aus und machen die Faser dauerhaft empfindlicher. Eine professionelle Nassreinigung alle drei bis fünf Jahre erhält den Teppich über Generationen.
- Seide
- Verträgt keine Nassreinigung. Wasser hinterlässt Wasserränder, die nicht mehr verschwinden. Saugen Sie nur mit niedrigster Stufe und weichem Düsenaufsatz, niemals mit Bürste. Bei Flecken nicht selbst experimentieren, sondern einen Spezialisten rufen. Seidenteppiche sollten häufiger gedreht werden als Wollteppiche, weil Sonnenlicht die Faser ungleichmäßig altern lässt.
- Baumwolle
- Bildet meist Kette und Schuss. Bei moderner Qualität verträgt sie das, was der Flor verträgt. Bei sehr alten Teppichen wird die Baumwolle spröde. Wenn Kettfäden brüchig wirken, sollten Sie Nassreinigung vermeiden und den Teppich vor jeder Behandlung von einem Spezialisten begutachten lassen.
- Jute & Sisal
- Vertragen kein Wasser. Wasserflecken trocknen mit deutlichem Rand, in feuchten Räumen können die Fasern schimmeln. Saugen Sie regelmäßig mit glatter Düse, ohne rotierende Bürste, weil sie die rauen Fasern aufrauen würde. Eine professionelle Trockenreinigung ist möglich, eine Nassreinigung in der Regel nicht.
- Synthetik
- Deutlich nachsichtiger als Naturfasern. Polypropylen und Polyester vertragen Wasser, milde Seife und sogar Shampoo. Flecken lassen sich oft mit lauwarmem Wasser komplett auswaschen. Was sie nicht aushalten, ist Hitze. Heiße Reinigungsverfahren oder eine zu warme Maschinenwäsche können die Faser zum Schmelzen bringen.
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