Mir
Mir-Teppiche aus der Sarouk-Region sind berühmt für ihr charakteristisches Allover-Boteh-Muster.
- Region
- Persien / Iran
- Kategorie
- Perserteppiche
- Herstellung
- Handgeknüpft
- Knotendichte
- 120.000 – 300.000 Knoten/m²
Steckbrief
- Herstellung
- Handgeknüpft
- Herkunft
- Iran — Region Sarouk / Serabend, Provinz Markazi
- Flormaterial
- Wolle auf Baumwolle
- Knotendichte
- 120.000 – 300.000 Knoten/m²
- Besonderheiten
- Allover-Boteh-Muster (Mir-e-boteh), feine Qualität, warme Rottöne
Foto: Morgenland Teppiche
Herkunft
Mir-Teppiche stammen aus der persischen Teppichknüpftradition und gehören zu den klassischen Stilrichtungen der iranischen Teppichkunst. Der Name "Mir" leitet sich vom persischen Wort für "Fürst" oder "Herr" ab und deutet auf die noble Herkunft und den gehobenen Status dieser Teppiche hin. Traditionell wurden Mir-Teppiche in verschiedenen Regionen Persiens geknüpft, wobei die Produktion heute auch in anderen Ländern erfolgt, etwa als Indo-Mir-Varianten aus Indien.
Merkmale
Mir-Teppiche zeichnen sich durch ein charakteristisches Rapportmuster aus, das aus kleinen, sich wiederholenden BotehBotehTropfen- oder mandelförmiges Motiv mit gebogener Spitze — in Europa als Paisley bekannt. Stammt ursprünglich aus persischer Tradition.Im Glossar lesen →-Motiven besteht. Diese paisleyförmigen Elemente sind diagonal über das gesamte Teppichfeld angeordnet und schaffen ein dichtes, rhythmisches Muster. Die Farbpalette bewegt sich traditionell in warmen Rottönen für das Grundfeld, ergänzt durch dunkle Konturen in Blau oder Schwarz. Die Bordüren zeigen häufig geometrische Motive oder stilisierte Blütenranken.
Das Muster ist streng geometrisch aufgebaut und folgt einer mathematischen Ordnung. Die einzelnen BotehBotehTropfen- oder mandelförmiges Motiv mit gebogener Spitze — in Europa als Paisley bekannt. Stammt ursprünglich aus persischer Tradition.Im Glossar lesen →-Motive sind meist in Reihen angeordnet, wobei jede Reihe gegenüber der nächsten versetzt ist. Diese Anordnung erzeugt eine optische Bewegung im Teppich und verleiht dem Design seine charakteristische Lebendigkeit.
Material und Technik
Hochwertige Mir-Teppiche werden traditionell aus Schafwolle geknüpft, wobei die Kette oft aus Baumwolle besteht. Die KnotendichteKnotendichteAnzahl der Knoten pro Quadratmeter. Ein wichtiges Qualitätsmerkmal — höhere Dichte ermöglicht feinere Muster und deutet auf aufwendigere Handarbeit hin.Im Glossar lesen → variiert je nach Herkunft und Qualität erheblich - von etwa 100.000 bis über 400.000 Knoten pro Quadratmeter. Der FlorFlorDie Oberfläche des Teppichs, die durch die geschnittenen Knotenenden gebildet wird. Die Florhöhe variiert je nach Stil von kurz (Nain) bis lang (Gabbeh).Im Glossar lesen → ist meist mittelhoch geschoren, was dem Teppich eine angenehme Haptik verleiht.
Die Knüpftechnik folgt dem persischen (Senneh-)Knoten, der eine präzise Ausarbeitung der feinen Details ermöglicht. Die verwendeten Farben stammen traditionell aus natürlichen Quellen, wobei KrappKrappPflanzlicher Farbstoff aus der Krappwurzel (Rubia tinctorum), der satte Rottöne erzeugt. Klassischer Naturfarbstoff für Teppiche aus Iran und Afghanistan.Im Glossar lesen → für die Rottöne und IndigoIndigoPflanzlicher Farbstoff aus der Indigopflanze, der tiefe Blautöne erzeugt. Einer der wichtigsten Naturfarbstoffe orientalischer Teppiche.Im Glossar lesen → für die Blautöne verwendet werden. Moderne Produktionen nutzen auch hochwertige synthetische Farben, die eine gute Lichtechtheit gewährleisten.
Wissenswertes
Der Mir-Stil beeinflusste die Teppichproduktion weit über die Grenzen Persiens hinaus. Besonders in der indischen Teppichknüpfung etablierte sich der Indo-Mir als eigenständige Variante, die das klassische persische Design mit lokalen Knüpftraditionen verbindet.
Mir-Teppiche gehören zu den vielseitigsten Stilrichtungen der Orientteppich-Kunst und passen aufgrund ihrer meist zurückhaltenden Farbgebung und des gleichmäßigen Musters gut in verschiedene Wohnstile. Sie werden sowohl als Bodenteppiche als auch als Wandbehänge geschätzt.
Häufige Fragen
Was bedeutet das Boteh-Motiv in Mir-Teppichen?
Das Boteh-Motiv, auch als Paisley bekannt, symbolisiert in der persischen Tradition Fruchtbarkeit und Lebenskraft. Es kann als stilisierte Zypresse, Flamme oder Träne interpretiert werden und gilt als eines der ältesten Ornamente der persischen Kunst.
Wie unterscheidet sich ein Mir von einem Buchara-Teppich?
Während Buchara-Teppiche meist runde oder oktogonale Medaillons (Göls) als Hauptmotive aufweisen, basieren Mir-Teppiche auf der diagonalen Anordnung von Boteh-Motiven. Die Farbgebung ist bei Mir-Teppichen oft variantenreicher.
Sind Mir-Teppiche für den täglichen Gebrauch geeignet?
Ja, aufgrund ihrer meist hohen Knotendichte und der robusten Wollqualität sind Mir-Teppiche sehr strapazierfähig und eignen sich gut für Wohnräume mit normaler bis hoher Beanspruchung.
Wie erkenne ich einen authentischen persischen Mir?
Authentische persische Mir-Teppiche zeigen meist unregelmäßige Knotung von Hand, natürliche Farbvariationen und charakteristische Abnutzungsspuren an den Fransen. Die Rückseite sollte das Muster klar erkennen lassen.
Eindrücke aus der Herkunft
Orte, Landschaften und Bauwerke rund um die Herkunft der Mir-Teppiche. Klicken Sie auf ein Bild für die Detailansicht.


