Bildteppiche zeigen figürliche Szenen, Portraits, mythologische Motive oder Darstellungen aus Natur und Geschichte.
Foto: Morgenland Teppiche
Ein Bildteppich ist ein handgeknüpfter Teppich, der eine figürliche Darstellung zeigt: Porträts, Jagd- und Gartenszenen, religiöse Motive, Dichterbildnisse oder Landschaften. Anders als der klassische Ornamentteppich mit seinen geometrischen oder floralen Mustern erzählt ein Bildteppich ein konkretes Bild und nähert sich darin der Malerei. Die feinsten Stücke entstehen in den persischen Manufakturen von Kerman, Täbriz, Isfahan und Ghom sowie in der türkischen Seidenstadt Hereke.
Damit ein gemaltes Vorbild in Knoten übersetzt werden kann, braucht es eine sehr hohe Knotendichte, denn jede Farbnuance und jeder weiche Übergang muss aus einzelnen Knotenpunkten aufgebaut werden. Bildteppiche zählen deshalb zu den anspruchsvollsten Arbeiten der Knüpfkunst und werden überwiegend als Kunstobjekt und Wandbehang behandelt, nicht als begehbarer Teppich. Diese Seite erklärt, was einen Bildteppich ausmacht, welche Zentren und Motive es gibt, wie er hergestellt wird und worauf es bei Echtheit, Wert und Pflege ankommt.
Ein Bildteppich ist im Kern durch seine figürliche Darstellung definiert. Während ein Ornamentteppich ein symmetrisches, oft endlos fortsetzbares Muster trägt, hat ein Bildteppich eine feste Leserichtung und ein Motiv mit Vordergrund, Hintergrund und Bildrand, ähnlich einem gerahmten Gemälde. Im Persischen wird diese Gattung als Tab'lo bezeichnet, was so viel wie Bild oder Gemälde bedeutet.
Der figürliche Charakter ist kulturell bemerkenswert, weil die islamische Ornamenttradition gegenständliche Darstellungen lange zurückhaltend behandelte. Bildteppiche entstanden daher vor allem in der höfischen und in der schiitisch geprägten persischen Kunst, wo die Abbildung von Menschen und Szenen verbreiteter war. Den Unterschied zum Ornamentteppich verdeutlichen die Stilporträts in der Stilübersicht, die regionale Einordnung der Bereich Persien.
Jedes Zentrum hat eine eigene Bildtradition. Die folgende Übersicht ordnet die wichtigsten ein.
| Herkunft / Stil | Bekannt für | Typische Merkmale |
|---|---|---|
| Kerman | figürliche Bildkompositionen | Herrscherporträts, Gartenszenen, weiche Palette |
| Täbriz | erzählende Szenen | Jagd- und Gartenbilder, feine Zeichnung |
| Isfahan | klassische Motive | höfische Szenen, Korkwolle mit Seide, feinste Knüpfung |
| Ghom-Seide | religiöse und florale Bilder | reine Seide, höchste Dichte, oft signiert |
| Hereke-Seide | osmanische Bildteppiche | feinste Seide, Gebets- und Palastmotive |
| China-Seide | eigene Bildwelt | Landschaften, Drachen, Reproduktionen |
Die erzählerisch reichsten Bildteppiche kommen aus Kerman und Täbriz, die feinsten reinen Seidenbilder aus Ghom und Hereke. Beliebte Motive sind historische Herrscher, religiöse Figuren, Dichter wie Hafis und Firdausi, Jagd- und Gartenszenen sowie in jüngerer Zeit Reproduktionen europäischer Gemälde. Aus Indien und China stammen moderne Interpretationen, die oft westliche Vorlagen aufgreifen.
Die figürliche Knüpfkunst erreichte ihre erste Blüte unter den Safawiden im 16. und 17. Jahrhundert, als in den Hofmanufakturen von Isfahan, Kaschan und Täbriz Jagd- und Gartenteppiche mit Tieren, Reitern und Bäumen entstanden. Diese Hofarbeiten gelten als Vorläufer des modernen Bildteppichs und zählen heute zu den bedeutendsten erhaltenen Knüpfwerken.
Der eigentliche Bildteppich als gerahmtes Wandbild setzte sich im 19. und frühen 20. Jahrhundert durch, getragen vom Aufstieg der Manufakturen in Kerman und Täbriz. Mit der Verfeinerung der Ghom-Seidenproduktion im 20. Jahrhundert verschob sich das Spitzensegment zu reinen Seidenbildern. Die historische Linie der Knüpfkunst behandelt der Bereich Geschichte der Knüpfkunst.
Bildteppiche bestehen im Spitzensegment aus Seide, in feinen Wollqualitäten aus Korkwolle auf Baumwoll- oder Seidenkette. Seide erlaubt die höchste Detailgenauigkeit, weshalb die feinsten Bildteppiche aus Ghom und Hereke reine Seidenarbeiten sind. Die Wollqualitäten aus Isfahan und Kerman verbinden feinste Schurwolle mit Seidenakzenten.
Die Produktion beginnt mit einer detaillierten Vorlage, die auf eine karierte Knüpfvorlage übertragen wird, sodass jeder Knoten einer Farbe entspricht. Fließende Übergänge und Schattierungen entstehen durch viele eng benachbarte Farbabstufungen, was eine sehr hohe Knotendichte voraussetzt, häufig mehrere hunderttausend bis über eine Million Knoten pro Quadratmeter. Gesichter und Hände gelten als schwierigste Partien und werden oft von den erfahrensten Knüpfern gefertigt. Ein mittelgroßer Bildteppich ist daher Monate bis Jahre in Arbeit. Was die Knotendichte bedeutet, erklärt Knotendichte erklärt, die Techniken der Bereich Knotenarten und Herstellung.
Ein handgeknüpfter Bildteppich unterscheidet sich klar von gedruckter oder maschineller Ware. Darauf kommt es an:
Maschinell hergestellte oder bedruckte Imitationen wirken gleichmäßiger und erreichen die Feinheit echter Knüpfung nicht. Die vollständige Prüfung steht unter Ist mein Teppich echt?, die Deutung von Signaturen unter Signaturen erkennen.
Den Wert eines Bildteppichs bestimmen Knotendichte, Material, Herkunft, künstlerische Qualität des Motivs, Alter, Erhaltungszustand und eine eventuelle Signatur. Reine Seidenbilder aus Ghom und Hereke sowie feine Wollbilder aus Isfahan erzielen die höchsten Preise. Warum echte Knüpfteppiche ihren Preis haben, erklärt Warum echte Teppiche teuer sind.
Beim Kauf sind Material- und Echtheitsprüfung entscheidend, da gedruckte Imitationen optisch täuschen können. Vor dem Kauf lohnen die Kaufberatung, der Aufsatz Wertvolle Perserteppiche erkennen und die Wertübersicht.
Bildteppiche werden meist als Wandbehang oder in wenig begangenen Bereichen gezeigt und sind dort gut geschützt. Beim Aufhängen sollte das Gewicht über eine durchgehende Klettleiste verteilt werden, um die Struktur nicht zu belasten. Indirektes Licht verhindert das Ausbleichen der feinen Farbnuancen, direkte Sonne ist zu vermeiden. Reinigung und Fleckenbehandlung gehören bei Seidenbildern in einen Fachbetrieb. Alle Routinen stehen in der Pflegeübersicht.
Ein Bildteppich ist ein handgeknüpfter Teppich, der eine figürliche Darstellung wie ein Porträt, eine Jagd- oder Gartenszene oder ein religiöses Motiv zeigt. Anders als der Ornamentteppich hat er eine feste Leserichtung und gleicht einem gerahmten Gemälde. Im Persischen heißt diese Gattung Tab'lo.
Ein echter Bildteppich zeigt das Motiv auf der Rückseite spiegelbildlich und ebenso detailliert wie vorne, und bei genauer Betrachtung lösen sich die Übergänge in einzelne Knoten auf. Maschinelle oder bedruckte Imitationen wirken gleichmäßiger und erreichen die Feinheit echter Knüpfung nicht.
Der Preis hängt von Material, Knotendichte, Herkunft und künstlerischer Qualität ab und reicht weit auseinander. Reine Seidenbilder aus Ghom oder Hereke und feine Wollbilder aus Isfahan liegen deutlich über einfacheren Stücken. Eine eingeknüpfte Signatur und ein hohes Alter steigern den Wert zusätzlich.
Die feinsten Bildteppiche stammen aus den persischen Zentren Kerman, Täbriz, Isfahan und Ghom sowie aus der türkischen Seidenstadt Hereke. Moderne Interpretationen kommen auch aus Indien und China, wo oft westliche Vorlagen aufgegriffen werden.
Technisch ja, üblich ist es nicht. Bildteppiche werden wegen ihres Kunstcharakters und ihrer feinen, oft seidenen Struktur meist als Wandbehang oder in wenig begangenen Bereichen gezeigt, um das Motiv vor Abnutzung zu schützen.
Beim Aufhängen sollte das Gewicht über eine durchgehende Klettleiste verteilt werden. Indirektes Licht verhindert das Ausbleichen, direkte Sonne ist zu vermeiden. Reinigung und Fleckenbehandlung gehören bei Seidenbildern in einen Fachbetrieb, da Seide empfindlich auf Feuchtigkeit reagiert.
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