Schirwan
Schirwan-Teppiche (Shirvan) aus der ostkaukasischen Region Aserbaidschan bestechen durch feine geometrische Medaillons und leuchtende Farben.
- Region
- Kaukasus
- Kategorie
- Nomadenteppiche
- Herstellung
- Handgeknüpft
- Knotendichte
- 80.000 – 180.000 Knoten/m²
Steckbrief
- Herstellung
- Handgeknüpft
- Herkunft
- Aserbaidschan — Region Shirvan, Ostkaukasus
- Flormaterial
- Wolle auf Wolle
- Knotendichte
- 80.000 – 180.000 Knoten/m²
- Besonderheiten
- Feine geometrische Medaillons, leuchtende Farben, Sammlerklasse
Foto: Morgenland Teppiche
Herkunft
Schirwan-Teppiche stammen aus der historischen Region Schirwan im östlichen Kaukasus, die heute hauptsächlich zu Aserbaidschan gehört. Die Region erstreckte sich zwischen dem Kaspischen Meer und dem Kaukasus-Gebirge und war ein wichtiges Zentrum der Teppichknüpferei vom 17. bis ins frühe 20. Jahrhundert. Die Stadt Schemacha galt als das Hauptzentrum der Produktion, wobei auch umliegende Dörfer und Siedlungen zur Herstellung beitrugen.
Merkmale
Schirwan-Teppiche zeichnen sich durch ihre charakteristischen geometrischen Muster aus. Typisch sind kleine, sich wiederholende Motive wie Sterne, Rauten und stilisierte Tierfiguren. Die Farbpalette ist meist gedämpft und umfasst vorwiegend dunkle Blau- und Rottöne, ergänzt durch Weiß, Gelb und Braun. Ein besonderes Merkmal sind die oft vorhandenen Tiermotive, insbesondere stilisierte Vögel, Hirsche und Hunde.
Die Bordüren sind meist schmal und mehrfach angelegt, wobei geometrische Bänder und Hakenornamente dominieren. Das Feld zeigt häufig ein Allover-MusterAllover-MusterDurchgehendes Muster ohne zentrales Medaillon — wiederholende Motive füllen die gesamte Teppichfläche gleichmäßig aus.Im Glossar lesen → aus kleinen Medaillons oder eine Reihung identischer Motive. Die Knüpfung ist relativ fein, was detaillierte Musterungen ermöglicht.
Material und Technik
Schirwan-Teppiche werden traditionell aus Schafwolle geknüpft, wobei sowohl Kette als auch Schuss meist aus Wolle bestehen. Seltener findet man Exemplare mit Baumwollkette. Die KnotendichteKnotendichteAnzahl der Knoten pro Quadratmeter. Ein wichtiges Qualitätsmerkmal — höhere Dichte ermöglicht feinere Muster und deutet auf aufwendigere Handarbeit hin.Im Glossar lesen → liegt typischerweise zwischen 120.000 und 200.000 Knoten pro Quadratmeter, was sie zu den feineren Nomadenteppichen zählt.
Der verwendete Knoten ist der türkische Knoten (Gördes-Knoten). Der FlorFlorDie Oberfläche des Teppichs, die durch die geschnittenen Knotenenden gebildet wird. Die Florhöhe variiert je nach Stil von kurz (Nain) bis lang (Gabbeh).Im Glossar lesen → ist meist kurz bis mittellang geschoren. Die natürlichen Farbstoffe verleihen den Teppichen ihre charakteristische, oft leicht matter wirkende Farbgebung.
Wissenswertes
Schirwan-Teppiche werden oft mit Kuba-Teppichen verwechselt, da beide Stile aus benachbarten Regionen des Kaukasus stammen und ähnliche Motive verwenden. Schirwan-Teppiche sind jedoch meist feiner geknüpft und zeigen oft eine größere Vielfalt an Tiermotiven.
Die Produktion authentischer Schirwan-Teppiche endete größtenteils in den 1920er Jahren aufgrund politischer Umwälzungen in der Region. Heute sind original Schirwan-Teppiche begehrte Sammlerobjekte. Moderne Reproduktionen werden hauptsächlich in anderen Ländern hergestellt, erreichen aber selten die Qualität und Authentizität der historischen Vorbilder.
Häufige Fragen
Wie erkenne ich einen echten Schirwan-Teppich?
Echte Schirwan-Teppiche zeigen charakteristische geometrische Muster mit Tiermotiven, eine gedämpfte Farbpalette und eine feine Knüpfung. Die Rückseite sollte ein klares Muster zeigen, und die natürlichen Farbstoffe weisen oft eine leichte Patina auf. Das Alter ist ein wichtiger Indikator, da die meisten authentischen Stücke vor 1920 entstanden sind.
Welche Größen sind typisch für Schirwan-Teppiche?
Schirwan-Teppiche wurden hauptsächlich in kleineren Formaten geknüpft. Typisch sind Größen zwischen 150x100 cm und 250x150 cm. Großformatige Exemplare über 300 cm Länge sind sehr selten und entsprechend wertvoll.
Wie pflege ich einen Schirwan-Teppich richtig?
Aufgrund des Alters der meisten Schirwan-Teppiche ist besondere Vorsicht geboten. Regelmäßiges, sanftes Staubsaugen und professionelle Reinigung bei Bedarf sind empfehlenswert. Direkte Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden, um ein weiteres Verblassen der natürlichen Farben zu verhindern.
Eindrücke aus der Herkunft
Orte, Landschaften und Bauwerke rund um die Herkunft der Schirwan-Teppiche. Klicken Sie auf ein Bild für die Detailansicht.


