Ghom · 20. Jahrhundert
Mohammadi-Seidenteppiche aus Ghom sind gesuchte Sammlerstücke.

Foto: Morgenland Teppiche
Die Familie Mohammadi zählt zu den prominentesten Meisterknüpfern der Ghom-Seidentradition. Ihre Werkstatt operiert seit Mitte des 20. Jahrhunderts in Ghom (auch Qom), etwa 150 Kilometer südlich von Teheran. Die Stadt war in den 1930er-Jahren ein vergleichsweise junger Teppichstandort — umso bemerkenswerter, dass Ghom binnen einer Generation zur Weltmarke für feinste Seidenteppiche wurde, getragen von Familien wie Mohammadi, Jamshidi und Erami.
Mohammadi-Teppiche bestehen überwiegend aus reiner Naturseide — FlorFlorDie Oberfläche des Teppichs, die durch die geschnittenen Knotenenden gebildet wird. Die Florhöhe variiert je nach Stil von kurz (Nain) bis lang (Gabbeh).Im Glossar lesen →, Kette und Schuss. Die resultierende KnotendichteKnotendichteAnzahl der Knoten pro Quadratmeter. Ein wichtiges Qualitätsmerkmal — höhere Dichte ermöglicht feinere Muster und deutet auf aufwendigere Handarbeit hin.Im Glossar lesen → erreicht 800.000 bis über 1.200.000 Knoten pro Quadratmeter. Das Material ermöglicht extrem detaillierte Darstellungen: Jagdszenen mit Reitern und Tieren, Gartenteppiche mit botanischer Präzision, Gebetsteppiche mit Kalligraphie und figurale Stücke nach persischen Miniaturen.
Die Farben wirken durch den Seidenglanz besonders lebendig und wechseln je nach Lichteinfall — ein Effekt, den Mohammadi-Teppiche besonders prägnant zeigen.
Jedes signierte Stück trägt den Namen „Mohammadi" in persischer Schrift am unteren Bordürenrand. Die Auktionsmärkte in Hamburg, München, London und New York handeln Mohammadi-Seidenteppiche regelmäßig zu fünfstelligen Preisen; besonders feine Stücke mit Figuralthematik erreichen sechsstellige Bereiche.
Mohammadi-Teppiche werden selten als Gebrauchsteppiche auf den Boden gelegt — ihre Feinheit und der hohe Seidenanteil machen sie empfindlich gegenüber Licht, Abrieb und Feuchtigkeit. Viele Stücke werden als Wandteppich präsentiert oder in Vitrinen ausgestellt. Für Sammler persischer Seidenkunst sind sie, neben Mohtesham-Kashans und feinsten Hereke-Seiden, eine der zentralen Referenzen.
Zugehöriger Stil
Ghom-Teppiche gehören zu den feinsten persischen Teppichen und werden häufig aus reiner Seide gefertigt.