Ghom · 20. Jahrhundert
Jamshidi gehört zu den ältesten Meisterfamilien der Ghom-Knüpfkunst.
Foto: Morgenland Teppiche
Jamshidi gehört zu den ältesten und angesehensten Meisterknüpferfamilien der Ghom-Seidentradition. In den 1930er- und 1940er-Jahren etablierten sich in Ghom die ersten hochqualitativen Knüpfwerkstätten, Jamshidi war eine der frühen Familien, die Seide als Flormaterial einsetzten und damit Ghom als Zentrum feinster persischer Seidenteppichkunst mitbegründeten.
Jamshidi-Teppiche bestehen in der Regel aus reiner Naturseide in Flor, Kette und Schuss. Die Knotendichte liegt bei 700.000 bis 1.200.000 Knoten pro Quadratmeter. Aufgrund der Seidenstärke erlauben Jamshidi-Stücke extrem detaillierte Motive: Herati-Felder, Medaillons, Jagdszenen und Gartenteppiche mit botanisch exakter Zeichnung.
Die Farben sind durch den Seidenglanz besonders lebendig. Typisch sind elfenbeinfarbene Grundtöne mit azurblauen, rot-rosa und goldenen Akzenten, eine Palette, die den Jamshidi von rötlicheren Mohammadi-Seiden unterscheidet.
Signierte Jamshidi-Stücke tragen ihren Familiennamen in persischer Schrift am unteren Rand. Da die Werkstatt in limitierter Stückzahl produziert, sind Jamshidi-Teppiche auf dem Sammlermarkt seltener als die großen Produktionen. Preislich bewegen sie sich im gehobenen fünfstelligen Bereich; Frühwerke erreichen mehr.
Ein originaler Jamshidi-Seidenteppich ist sowohl Investment als auch Kunstobjekt. Die Familie gehört, gemeinsam mit Mohammadi und Erami, zum engeren Kanon der Ghom-Seidenmeister, die international als Referenz für diese Kategorie gelten.
Zugehöriger Stil
Ghom-Teppiche gehören zu den feinsten persischen Teppichen und werden häufig aus reiner Seide gefertigt.