Ghom · Zeitgenössisch
Djeddi führt die Seidenknüpftradition Ghoms in die Gegenwart.
Foto: Morgenland Teppiche
Djeddi ist eine zeitgenössische Ghom-Werkstatt, die die Seidenknüpferei der Stadt Qom in der Gegenwart fortführt. Wo Jamshidi, Erami und Mohammadi für die klassische Ghom-Schule des 20. Jahrhunderts stehen, arbeitet Djeddi mit einer zugänglicheren Formensprache: überlieferte Motive, dazu Farbstellungen, die auf heutige Wohnräume zugeschnitten sind. Die Provenienz mit ihrer Geschichte, ihren Materialien und ihren Qualitätsstufen beschreibt die Seite Ghom.
Ein Djeddi-Teppich besteht aus reiner Seide in Flor, Kette und Schuss, geknüpft mit 600.000 bis 900.000 Knoten pro Quadratmeter. Das liegt im oberen Teil der Ghom-Spanne von 300.000 bis über 1.000.000 Knoten und unterhalb der Spitzenwerte der älteren Meisterfamilien. Seide ist in Qom keine Pflicht, die Stadt knüpft ebenso Wolle auf Baumwollkette. Djeddi arbeitet in der Seidenlinie, und die Fransen zeigen das, weil sie als verlängerte Kettfäden dünn und glänzend aus dem Gewebe laufen.
Djeddi-Teppiche zeigen die Ghom-Motive in luftigerer Anlage als die klassischen Werkstätten: mehr freier Grund um das Medaillon, gelegentlich Gartenteppich-Kompositionen, frische Farbakzente statt durchgehend tiefer Kontraste. Der Flor wird kurz geschoren, weil bei dieser Knotendichte ein hoher Flor die feine Zeichnung verschleifen würde. Signierte Djeddi-Stücke tragen ihren Namen am unteren Bordürenrand.
Djeddi ist im deutschen und europäischen Fachhandel regelmäßig vertreten und damit leichter zu finden als Stücke der älteren Meisterfamilien. Wer sich in die Kategorie der signierten Ghom-Seidenteppiche einarbeitet, trifft deshalb häufig zuerst auf ein Djeddi-Stück. Was Material, Feinheit, Zustand und Provenienz für die Einordnung bedeuten, erklären Wertvolle Perserteppiche erkennen und die Kaufberatung.
Zugehöriger Stil
Ghom-Teppiche gehören zu den feinsten persischen Teppichen und werden häufig aus reiner Seide gefertigt.