Täbriz · Zeitgenössisch
Torabi-Teppiche aus Täbriz verbinden traditionelle Muster mit moderner Farbgebung.
Foto: Morgenland Teppiche
Torabi ist eine der zeitgenössischen Täbriz-Werkstätten, die die Knüpftradition der Stadt in die Gegenwart überführen, mit klassischen Mustern und einer Farbgebung, die auf internationale Märkte abgestimmt ist. Neben Djavan, Alabaf und Nezam gehört Torabi zu den Ateliers, die im europäischen Fachhandel unter eigenem Namen geführt werden.
Torabi-Teppiche folgen der Raj-Klassifizierung Täbriz', feine Qualitäten liegen bei 50 bis 70 Raj, entsprechend 250.000 bis 1.000.000 Knoten pro Quadratmeter. Raj zählt die Knotenpaare auf sieben Zentimeter Kettbreite: 50 Raj ist die im Handel verbreitete Stufe, ab 60 Raj werden figurale Motive und weiche Farbverläufe möglich, siehe Tabriz-Teppiche. Material ist Korkwolle auf Baumwolle, oft mit Seidenakzenten in den Konturen, geknüpft mit dem asymmetrischen Senneh-Knoten.
Die Musterwelt von Torabi umfasst Medaillons, Herati-Felder, Bäume des Lebens und figurale Teppiche. Farblich bevorzugt die Werkstatt eine wärmere Palette als Djavan, mit kräftigeren Rottönen und klassischem Indigo, näher am traditionellen Täbriz-Eindruck als an moderner Wohnraumästhetik. Die figuralen Stücke setzen eine hohe Raj-Klasse voraus, weil feine Gesichter und weiche Farbverläufe schmale Knotenreihen brauchen.
Torabi-Teppiche sind im deutschen und europäischen Fachhandel regelmäßig zu finden und gelten dort als verlässliche Qualität unter den signierten Täbriz-Stücken. Die Werkstatt arbeitet in Korkwolle mit Seidenakzenten, nicht in reiner Seide, und bleibt motivisch in der Überlieferung der Stadt.
Zugehöriger Stil
Täbriz-Teppiche zählen zu den edelsten persischen Teppichen und sind für ihre feine Knüpfung und vielfältigen Designs bekannt.