Täbriz · 20. Jahrhundert
Shifar-Teppiche aus Täbriz stehen für extrem feine Knüpfqualitäten und innovative Muster.
Foto: Morgenland Teppiche
Shifar ist eine Täbriz-Werkstatt, die sich auf die oberen Raj-Klassen der Provenienz spezialisiert hat und dort mit ungewöhnlichen Grundtönen arbeitet. Im Handel begegnet der Name auch in der Schreibweise Shirfar. Wie breit Täbriz insgesamt aufgestellt ist, von robuster Gebrauchsware bis zum Seidenstück in Sammlerfeinheit, beschreibt die Seite Täbriz.
Shifar-Teppiche erreichen 60 bis 70 Raj, nach der im Handel eingespielten Umrechnung also etwa 500.000 bis 1.000.000 Knoten pro Quadratmeter. Damit liegt die Werkstatt am oberen Ende der Täbriz-Spanne, die von 120.000 bis 1.000.000 Knoten reicht. Raj zählt die Knotenpaare auf sieben Zentimeter Kettbreite und lässt sich mit einem Lineal auf der Rückseite nachmessen, quer zur Kettrichtung. Ab 60 Raj werden figurale Motive und weiche Farbverläufe möglich, 70 Raj ist Sammlerterrain.
Ein Shifar-Teppich hat einen Flor aus Korkwolle, der weichen Wolle aus dem Unterhaar des Schafes, auf einer Kette aus Baumwolle oder, bei den feinsten Qualitäten, aus Seide. Seide liegt zusätzlich im Flor, dort wo die Zeichnung Kanten braucht: in Konturen und zentralen Motiven. Die Kette verrät sich an den Fransen, weil diese nichts anderes sind als ihre Verlängerung, dünn und glänzend bei Seide, matt und kräftiger bei Baumwolle.
Shifar-Teppiche bleiben motivisch in der Täbriz-Tradition und weichen in der Farbe davon ab: Mahi-Fischmuster, florale Medaillons, Bäume des Lebens und figurale Darstellungen, dazu Grundtöne in Rosé, Gold und Türkis, die die konservativere Täbriz-Mehrheit meidet. Im europäischen Sammler- und Händlermarkt ist die Werkstatt präsent. Was die Raj-Stufe über die Feinheit aussagt und wo ihre Grenzen liegen, erklärt Knotendichte erklärt.
Zugehöriger Stil
Täbriz-Teppiche zählen zu den edelsten persischen Teppichen und sind für ihre feine Knüpfung und vielfältigen Designs bekannt.