Isfahan · 20. Jahrhundert
Haghighi steht für die klassische Isfahan-Schule mit feinen Kurkwollqualitäten und Seidenhighlights.
Foto: Arash Fatemi / Treasure Gallery Inc., via Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0
Die Werkstatt Haghighi zählt zu den etablierten Isfahan-Meisterknüpfern des 20. Jahrhunderts. Wie die Familien Seirafian und Davari folgt Haghighi der klassischen curvilinearen Isfahan-Tradition, Medaillon-Kompositionen, florale Ranken, Shah-Abbas-Palmetten und präzise geführte Bordüren nach safawidischem Vorbild.
Charakteristisch für Haghighi ist die Verwendung von Korkwolle mit Seidenhighlights. Die besonders weiche Wolle vom Hals junger Schafe erlaubt feine Details und verleiht dem Flor Glanz. Seide wird für die Umrandung zentraler Motive und gelegentlich als kompletter Flor in ausgewählten Partien eingesetzt. Die Kette besteht bei hochwertigen Stücken aus Naturseide, was den Teppich elastisch und formstabil hält.
Die Knotendichte von Haghighi-Werken liegt zwischen 500.000 und 900.000 Knoten pro Quadratmeter.
Haghighi arbeitet mit der klassischen Isfahan-Farbpalette: Elfenbein-, Rot- und Blautöne dominieren, ergänzt durch gedecktes Gold und gebrochenes Grün. Die Muster folgen streng der zentralsymmetrischen Komposition mit zentralem Medaillon, vier Eckzwickeln und umlaufender Hauptbordüre.
Haghighi-Teppiche sind auf dem Sammlermarkt regelmäßig vertreten, wenn auch in geringerer Stückzahl als die großen Ateliers. Signaturen am unteren Bordürenrand identifizieren die Werkstatt. Für Liebhaber der Isfahan-Qualität ohne ausschließliche Seirafian-Fixierung sind Haghighi-Teppiche eine respektable Wahl.
Zugehöriger Stil
Isfahan-Teppiche gelten als Meisterwerke persischer Knüpfkunst mit außergewöhnlich feinen Mustern und edlen Materialien.