Isfahan · 20. Jahrhundert
Davari-Teppiche aus Isfahan sind für ihre präzisen florale Arabesken und harmonischen Farbkompositionen bekannt.
Foto: Morgenland Teppiche
Davari ist eine Isfahan-Meisterfamilie des 20. Jahrhunderts und einer der vier Werkstattnamen, die den Markt für signierte Isfahan-Teppiche bestimmen, neben Seirafian, Haghighi und Akbar Mahdie. Die Werkstatt arbeitet in der strengen Isfahan-Tradition, mit klassischen Medaillon-Kompositionen und fein ausgearbeiteten floralen Arabesken. Ein Gründungsjahr ist nicht belegt; im Handel wird die Werkstatt der mittleren und späteren Phase des 20. Jahrhunderts zugeordnet, also der Zeit, in der die Isfahan-Produktion ihren Höhepunkt erreichte.
Die Knotendichte eines Davari liegt in der Regel zwischen 600.000 und 900.000 Knoten pro Quadratmeter und damit im oberen Drittel der Spanne, die für Isfahan-Teppiche mit 400.000 bis über einer Million Knoten pro Quadratmeter angegeben ist. Geknüpft wird mit dem asymmetrischen Senneh-Knoten, der die weichen Konturen einer floralen Zeichnung erst möglich macht. Prüfen lässt sich die Angabe auf der Rückseite: die Knotenreihen sitzen klein und gleichmäßig, das Rankenwerk zeichnet sich scharf ab.
Der Flor eines Davari besteht aus feinster Korkwolle, häufig mit Seidenakzenten in Konturen und Medaillondetails. Kette und Schuss sind Baumwolle, bei den feineren Stücken wird die Kette aus Naturseide gezogen. Ablesen lässt sich das an den Fransen, die dann fein und glänzend ausfallen statt matt. Die Palette bleibt zurückgenommen: Elfenbein, Altgold, gedecktes Rotbraun, gedämpftes Indigo und sparsame Grüntöne.
Die Zeichnung eines Davari folgt streng der zentralsymmetrischen Isfahan-Komposition, in der Symmetrie und Proportion als Qualitätsmerkmal gelten. Medaillon, gespiegelte Eckzwickel und mehrfach gestufte Bordüren sind aufeinander abgestimmt, freie Grundflächen bleiben die Ausnahme. Eine Ranke läuft ohne Knick und ohne Versatz durch, auch dort, wo sie das Medaillon kreuzt.
Davari-Teppiche tauchen seltener am Markt auf als die größeren Seirafian-Produktionen, weil die Werkstatt in limitierter Stückzahl arbeitet. Davari-Stücke tragen eine eingeknüpfte Signatur am unteren Bordürenrand, die das Atelier identifiziert. Über den Rang eines einzelnen Stücks entscheiden Feinheit, Material, Zustand und Provenienz, nicht der Werkstattname allein. Wer Isfahan-Qualität außerhalb der bekanntesten Namen sucht, findet sie hier.
Zugehöriger Stil
Isfahan-Teppiche gelten als Meisterwerke persischer Knüpfkunst mit außergewöhnlich feinen Mustern und edlen Materialien.