Täbriz · 20. Jahrhundert
Alabaf steht für die klassische Täbriz-Tradition großformatiger Medaillon-Teppiche.
Foto: Morgenland Teppiche
Alabaf steht in der Täbriz-Produktion für großformatige Medaillon-Teppiche, klassische Stücke in Abmessungen ab etwa 300 × 200 cm und deutlich darüber. Die Werkstatt folgt streng der klassischen Täbriz-Schule: zentrales Medaillon, vier Eckzwickel, ausgearbeitete florale Hauptbordüre. Wie in der Täbriz-Manufakturtradition wird nach einer Kartonvorlage geknüpft, an den großen Formaten sitzen dabei mehrere Knüpfer gleichzeitig am selben Stuhl.
Alabaf-Teppiche liegen typischerweise bei 50 bis 60 Raj, das entspricht etwa 250.000 bis 500.000 Knoten pro Quadratmeter. Raj zählt die Knotenpaare auf sieben Zentimeter Kettbreite und wird auf der Rückseite quer zur Kettrichtung gemessen; die Provenienz insgesamt reicht von 120.000 bis 1.000.000 Knoten, wie die Übersicht zu Tabriz-Teppichen zeigt. Gelegentlich erreichen Einzelstücke höhere Raj-Werte mit Seidenakzenten.
Alabaf-Teppiche werden überwiegend aus Korkwolle auf Baumwollkette geknüpft, Korkwolle ist die weiche Wolle aus dem Unterhaar des Schafes. Der Knoten ist der asymmetrische Senneh-Knoten, der einen Kettfaden ganz und den zweiten nur halb umschließt und dadurch die feine Auflösung kurvilinearer Medaillons erlaubt. Seide sitzt, wenn überhaupt, in Konturen und einzelnen Details, nicht in ganzen Flächen.
Alabaf produziert eher klassisch als experimentell, im Muster wie in der Farbe: Indigoblau, tiefes Rot, Elfenbein und goldene Akzente. Die helleren Paletten und figuralen Entwürfe der zeitgenössischen Täbriz-Werkstätten gehören nicht zum Programm. Im deutschen und europäischen Fachhandel gilt die Werkstatt als feste Adresse für großformatige persische Ware.
Zugehöriger Stil
Täbriz-Teppiche zählen zu den edelsten persischen Teppichen und sind für ihre feine Knüpfung und vielfältigen Designs bekannt.