Isfahan · 20. Jahrhundert
Akbar Mahdie gilt als einer der wichtigsten Isfahan-Meister der Nachkriegszeit.
Foto: Morgenland Teppiche
Akbar Mahdie gilt als einer der wichtigsten Isfahan-Meisterknüpfer der Nachkriegszeit. Seine Werkstatt stand in der Linie der großen Isfahan-Ateliers, arbeitete aber in kleinerer Menge als die bekanntere Seirafian-Dynastie. Sie fällt in die Phase, in der die Isfahan-Produktion nach ihrer Wiederbelebung in den 1920er und 1930er Jahren die internationalen Märkte erreichte und in den 1960er und 1970er Jahren ihren Höhepunkt fand. Ein Gründungsjahr der Werkstatt ist nicht belegt.
Mahdie-Teppiche erreichen 500.000 bis 800.000 Knoten pro Quadratmeter und liegen damit in der oberen Hälfte der Spanne, die für Isfahan-Teppiche mit 400.000 bis über einer Million Knoten pro Quadratmeter angegeben ist. Geknüpft wird mit dem asymmetrischen Senneh-Knoten, der eine feinere Musterauflösung erlaubt als der symmetrische türkische Knoten. Prüfen lässt sich die Angabe auf der Rückseite, wo die Knotenreihen klein und gleichmäßig sitzen.
Der Flor eines Mahdie besteht aus Korkwolle mit Seidenakzenten in Konturen und Blütenzentren, Kette und Schuss in der Regel aus Baumwolle. Die Korkwolle vom Hals junger Schafe glänzt stärker als gewöhnliche Schurwolle und nimmt Naturfarben tiefer auf. Der Flor wird niedrig geschoren, was die Zeichnung schärfer hervortreten lässt.
Die Werkstatt Akbar Mahdie folgte der zentralsymmetrischen Isfahan-Komposition: ein zentrales Medaillon, gespiegelte Eckzwickel, ein dicht mit floralen Ranken gefülltes Feld und mehrfach gestufte Bordüren. Diese Formensprache geht auf die safawidischen Hofmanufakturen Isfahans zurück. Die Farbpalette bleibt klassisch persisch, bei Elfenbein, gedecktem Rot und Indigo, fein abgestuft und ohne harte Kontraste.
Akbar-Mahdie-Stücke sind am Markt selten und treten vor allem im spezialisierten Fachhandel und auf Auktionen auf. Über den Rang eines einzelnen Teppichs entscheiden Feinheit, Material, Erhaltungszustand und Provenienz. Wer Isfahan-Qualität der Nachkriegszeit sucht und nicht auf die medial präsenteren Werkstattnamen festgelegt ist, findet sie hier.
Zugehöriger Stil
Isfahan-Teppiche gelten als Meisterwerke persischer Knüpfkunst mit außergewöhnlich feinen Mustern und edlen Materialien.